Hals-Weede: auf die halß werdt
Beleg
Standard-Flurname
Hals-Weede
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1699
Quelle
Fürstliches Archiv Büdingen, Stadt und Land, Fasz. 169, Nr. 1172.
Weitere Belege
- AN DER HALSWEHT
- 1631: bey der halßwedt [Wiese]
Fürstliches Archiv Büdingen, Ysenburgische Landteilungen, Fasz. 9, Nr. 67a., fol. 159' - 1631: bey der halswedt [Wiese]
Fürstliches Archiv Büdingen, Stadt und Land, Fasz. 169, Nr. 1171., fol. 16
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hals
Zu ahd. hals ‚Hals, Nacken‘, mhd. hals st. M. ‚Hals‘. Die Namen verweisen meist auf langgestreckte Örtlichkeiten: Bergrücken, fortlaufende schmale Anhöhen und lange, streifenförmige Flurstücke.
Weede
Zu (spät-)mhd. wete st. sw. F., frühnhd. weed, wetti ‚Tränkung des Viehs; Viehtränke‘, wohl einer Ableitung zum Verb mhd. weten sw. V. ‚gehen, (Vieh-)treiben‘. Die FlN beziehen sich auf Viehtränken und meist künstlich angelegte Dorfteiche, die auch als Brandweiher dienten.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hals
Zu ahd. hals ‚Hals, Nacken‘, mhd. hals st. M. ‚Hals‘. Die Namen verweisen meist auf lang gestreckte Örtlichkeiten: Bergrücken, fortlaufende schmale Anhöhen und lange, streifenförmige Flurstücke. So vielleicht der FlN aus Nieder-Modau
Weede
Zu (spät-)mhd. wete st. sw. F., fnhd. weed, wetti ‚Tränkung des Viehs; Viehtränke‘, wohl einer Ableitung zum Verb mhd. weten sw. V. ‚gehen, (Vieh-)treiben‘. Die FlN beziehen sich auf Viehtränken und meist künstlich angelegte Dorfteiche.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Weede f. / Schwemme f.
- 1A
Die Weede, Substantivierung zu mhd. weten, wetten sw.v. ‚waten, gehen durch‘ (Lexer 3, 805), setzt ahd. *watî f. voraus (DWB 27 [XIII], 2814; vgl. Weigand/Hirt 2, 1221), das sich auf die Tränkung des Viehs und dann auf die Tränke selbst bezieht. Weeden sind meist eingefaßte Teiche in Ortsnähe. Die FlN beziehen sich auf diese Einrichtung (Dittmaier 332).
Das Wort ist im wesentlichen auf das Fränkische und Schwäbisch-Alemannische beschränkt (DWB ebd.); es ist nicht hochsprachlich geworden.
In Hessen ist es in Südhessen, vor allem aber in West- und Mittelhessen verbreitet und hier bereits von E. Alberus (ein weed ,aquae receptaculum‘) genannt (KehreinWb 439; Crecelius 909; v. Pfister 331f.; FrankfWb 3505f.).
- 1B
Die Schwemme gehört als Substantivierung zu schwemmen, einem Kausativum zu schwimmen, und bezeichnet wie Weede ‚Handlung und Ort des Schwemmens‘ (Kluge/Mitzka 692f.; Weigand/Hirt 2, 821), mhd. swemme, swem st.f. ,Schwemme‘ (Lexer 2, 1358). In FlN bezieht sich Schwemme auf die gleiche Einrichtung wie die Weede, besonders als ,Pferdeschwemme‘ (Dittmaier 284).
Obwohl das Wort ebenfalls bei E. Alberus auftritt (schwemm; DWB 15 [IX], 2511), scheint es in Hessen nicht besonders gebräuchlich gewesen zu sein: Die älteren Wörterbücher verzeichnen es nicht, auch nicht das HNassWb; nur schwemmen ist für Waldeck belegt (HNassWb 3, 528; WaldWb 102, 170).
- 2A
1. Abgrenzungsschwierigkeiten gegen Weide treten im Einzelfall da auf, wo mhd. /ei/ > dial. /e:/ geworden ist (Wiesinger K. 15).
2. Die wenigen nordhessischen Belege sind unsicher, weil sie auch auf dort geltendes Wêde, Waede, Wêt f. ‚Haufen, Menge‘ (Vilmar 443) zurückgehen können.
- 2B
Keine Identifizierungsschwierigkeiten, sofern nicht in (ausgeklammerten) Einzelfällen Assimilation aus Schwand ‚durch Waldrodung gewonnenes Land‘ (Dittmaier 283) vorliegt.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 113
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hals-Weede: auf die halß werdt (Altwiedermus)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/700518_auf-die-halss-werdt> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/700518