Walter-Klinge: in der Welthers Klingen
Beleg
Standard-Flurname
Walter-Klinge
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1597
Quelle
Fürstliches Archiv Büdingen, Stadt und Land, Fasz. 128, Nr. 914b.
Weitere Belege
- 1449: Inn der Walterschlingenn
Fürstliches Archiv Büdingen, Kulturwesen, Fasz. 77, Nr. 510., pag. 279 - 1484: In der walters kleyngen
Fürstliches Archiv Büdingen, Kellerei-Rechnungen, Marienborn, Fasz. 1., fol. 97' - 1484: In der welters klyngen
Fürstliches Archiv Büdingen, Kellerei-Rechnungen, Marienborn, Fasz. 1., fol. 98 - 1489: In der Welthers clingen
Staatsarchiv Darmstadt, C 1, Nr. 1/10., fol. 46 - 1564: Inn der Welthers Klingenn [Acker]
Fürstliches Archiv Büdingen, Stadt und Land, Fasz. 249, Nr. 1670a., fol. 1 - 1582: In der Welters Klingenn
Fürstliches Archiv Büdingen, Stadt und Land, Fasz. 249, Nr. 1670a., fol. 7 - 1631: In der welters klingen
Fürstliches Archiv Büdingen, Ysenburgische Landteilungen, Fasz. 9, Nr. 67a., fol. 130'
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Klinge
Zu ahd. klingo, klinga ‚(Sturz-)bach‘, mhd. klinge sw. st. F. in der Bedeutung ‚Gießbach, Talschlucht‘, das zum starken Verb ahd. klingan, mhd. klingen ‚rauschen, plätschern, klingen‘ gebildet ist. Klinge benennt daher im Allgemeinen Bäche und enge Schluchten, die sich bei starken Regenfällen in Sturzbäche verwandeln. Heute sind es oft enge Geländeeinschnitte.
Walter
Zum PN Walter, der auch als FamN häufig historisch bezeugt ist.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Klinge
Zu ahd. klingo, klinga, ‚(Sturz-)bach‘, mhd. klinge sw. st. F. in der Bedeutung ‚Gießbach, Talschlucht‘, das zum starken Verb ahd. klingan, mhd. klingen ‚rauschen, plätschern, klingen‘ gebildet ist. Klinge benennt daher im Allgemeinen Gebirgsbäche und enge Schluchten, die sich bei starken Regenfällen in Sturzbäche verwandeln. In Südhessen gilt vor allem die Bedeutung ‚Bach in einer Talschlucht‘ und dann auch ‚Talschlucht‘ selbst. Die Belegverteilung deutet für die Klingen-Namen auf oberdt. Sprachzusammenhang hin. Der südhess. Raum scheint das Zentrum ihrer hess.-mitteldt. Verbreitung zu sein.
Walter
Zum PN Walter.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Klinge f.
- 1
Die heutigen FlN Kling(e) f. und Klingen/Klingel m.n. sind abzuleiten von ahd. clinga, chlinga st. sw. f.‚ klinge, chlingo sw.m. ,(Sturz-)Bach‘ (Schützeichel 98), mhd. klinge sw.st.f. ,Gebirgsbach, Talschlucht‘ (Lexer 1, 1623f.), auch ‚Gießbach‘ (Kluge/Mitzka 377), ,rauschender Bach, Wildbach‘ (Weigand/Hirt 1, 1058) und dem Verb ahd. chlingan, klingan st.v. (Graff 4, 563), mhd. klingen ‚rauschen, plätschern, klingen, erklingen‘ (Lexer 1, 1626).
Klingel ist möglicherweise substantivierte Ableitung von mhd. klingelen sw.v. ‚rauschen, plätschern‘ (Lexer 1, 1625), kann aber auch durch Dissimilation von Klingen zu Klingel entstanden sein (Dittmaier 148). Die Klingen-Formen können von der Pluralform oder einer adjektivischen Wendung *‚an der klingenden Bach‘ → Klingenbach abgeleitet sein (vgl. Schröder 236).
Klinge benennt (Gebirgs-)Bäche überhaupt; viele heißen nach ihrem ,murmelnden, plätschernden Geräusch‘, das sie an seichten, steinigen Stellen verursachen, Klingel.
Ebenso sind enge Täler, ,wasserlose, enge Schluchten, schmale Gräben‘, die sich bei Gewittern und im Frühjahr in Sturzbäche verwandeln, gemeint (DWB 11 (V), 1174).
Klinge ist in Südhessen, besonders im Odenwald, bekannt als Benennung für einen ‚Bach in einer Talschlucht‘, eine ‚enge Talschlucht urspr. mit einem Bach, heute nicht selten ohne Wasser‘ (SHessWb 3, 1422) und in Oberhessen als ‚Bach, der durch ein Tal fließt, und Tal, dadurch ein Bach fließt‘ (Crecelius 506). In der Wetterau sind Klingen ‚Wasserrisse an Abhängen‘, die bei starkem Regen oder zur Schneeschmelze große Wassermengen führen (Braun 1954b 119).
Klinge ist eine im Mittel- und Oberdeutschen weitverbreitete Benennung für Gebirgsbäche, schluchtartige Täler, schmale, tiefe Gräben u.ä. (vgl. BadWb 3, 166; Buck 140; PfälzWb 4, 309; SchwäbWb 4, 490; Schmeller 1, 1334).
- 2
Die zu /e/ gesenkte Klenge-Form in Mittel- und Oberhessen hätte zu Vermengung mit klengen ,Leinsamenkapseln in der Sonne zum Trocknen ausbreiten, damit sie aufspringen‘ (Crecelius 506; Vilmar 206; Kluge/Mitzka 377) und davon abgeleiteten FlN z. B. Klengkaule ,Kaule, in der die Kapseln zum ,klengen‘ getrocknet werden‘ (Vilmar ebd.) führen können. Es ließen sich jedoch kaum Anhaltspunkte in Namenform und -kombination finden, die auf FlN in diesem Zusammenhang hinwiesen, nur Knottenklänger in 5118d1 Sterzhausen MBK wurde aussortiert. Namen, die sich auf die Form eines Flurstückes beziehen, z. B. Klingelbeutel in 4624c1 Ermschwerd WMK blieben unberücksichtigt.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 93
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Walter-Klinge: in der Welthers Klingen (Vonhausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/693031_in-der-welthers-klingen> (aufgerufen am 30.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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