Krähe-Berg: vnder dem Kraenberg hene
Beleg
Standard-Flurname
Krähe-Berg
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1475, kopial 18. Jahrhundert
Quelle
Staatsarchiv Marburg, Kopiare, Nr. 195.
Weitere Belege
- 1397, kopial 18. Jahrhundert: An dem Krawinberge
Staatsarchiv Marburg, Kopiare, Nr. 195., pag. 82 - 1403: an dem krawinberge
Staatsarchiv Marburg, O II b, Hanauer Urkunden, Kirchen und Klöster, Kl. Conradsdorf. - 1459, kopial 18. Jahrhundert: gegenn dem Crahenberge
Staatsarchiv Marburg, Kopiare, Nr. 195., pag. 116 - 1544, kopial 18. Jahrhundert: Am Cröenberg
Staatsarchiv Marburg, Kopiare, Nr. 195., pag. 10
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Berg
Zu ahd. berg, mhd. berc st. M. Als Simplex steht Berg für markante Bodenerhebungen in der Gemeinde. Im Übrigen können sehr unterschiedliche Höhen mit Berg benannt werden.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Berg
Zu ahd. berg, mhd. berc st. M. Als Simplex steht Berg für eine markante Bodenerhebung in der Gemeinde oder gelegentlich auch spezieller für einen Weinberg.
Krähe
Zu ahd. kraia, kra, krâ, mhd. krâ, krâe, kreie, krowe, kro, krâhe, krêg st. sw. F. ‚(Saat-)Krähe‘. Die Namen beziehen sich meist auf das auffällige Vorkommen von Saatkrähen, die in Kolonien auf Bäumen nisten. Die Belege aus Beerfelden und Bullau, Ober-Sensbach und Erbach beziehen sich auf den Kräh(en)berg als Grenzpunkt der Michelstädter Markbeschreibung. Dieser Name hat sich im Jagdschloss Krähenberg des Grafen Ludwig von Erbach-Fürstenau bei Hetzbach, Odenwaldkreis, erhalten. Vereinzelt kann auch ein FamN zu Grunde liegen, so zunächst in Seeheim und in Verbindung mit dem GT -hube (Schlierb, BGS) und -rod (Pfungstadt). - Da in der Mundart Krähe und grau vielfach in der Form /groː/ zusammengefallen sind, ist eine sichere Zuordnung nicht immer möglich. Das Gleiche gilt für die Trennung von mhd. krâ ‚Krähe‘ und krane ‚Kranich‘, da krâ in der Pluralform krân mit krane zusammenfiel. Darüber hinaus ist wegen der unterschiedlichen Wiedergabe des intervokalischen Gleitlauts als 〈h〉, 〈g〉, 〈w〉 in Krähe, Krege, Krewe oder, ohne Kennzeichnung, in Kree, eine Abgrenzung gegen Graben, Grefe und Krebe schwierig.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Krähe-Berg: vnder dem Kraenberg hene (Selters)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/687367_vnder-dem-kraenberg-hene> (aufgerufen am 11.06.2026)
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