Rabe-Stirn: auff der Raben stirn
Beleg
Standard-Flurname
Rabe-Stirn
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1752
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 135/2.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Rabe
Zu ahd. raban, mhd. raben, rabe st. M. ‚Rabe‘, womit gleichermaßen Raben- wie (die häufigeren) Saatkrähen bezeichnet werden. Benennungsmotiv ist in der Regel wohl das zahlreiche Vorkommen der Vögel, ein Rabennest (Königsberg) oder bildlich die an einen Rabenschwanz erinnernde Grundstücksform (Lützellinden). Der Rabenstein in Salzböden ist ein Stein am Weg zur Schmelzmühle. - Vermengung mit dem FamN Rab(e) (s. d.) ist möglich.
Stirn
Zum ahd. stirn(a), mhd. stirne F. ‚Stirn‘ in der Bedeutung ‚das Vordere, Obere‘ o. ä. Der Name bezieht sich in der Regel auf hoch gelegene Grundstücke. Für die Bedeutung ‚aus dem Boden herausragendes Gestein‘ (HNassWb) gibt es keine Hinweise.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Rabe
Zu ahd. raban, mhd. raben, rabe st. M. ‚Rabe‘, womit in Südhessen gleichermaßen Raben- wie (die häufigeren) Saatkrähen bezeichnet werden. Benennungsmotiv ist in der Regel wohl das zahlreiche Vorkommen der Vögel. Als Rabenstein bezeichnete man oft den Galgen; vielleicht beziehen sich auch Rabenbaum und Rabentisch mitunter auf Hinrichtungsstätten. Inwiefern in einigen zusammengesetzten Namen der BT (etwa in Hofheim?) auf ahd. râba, mhd. rabe, rappe sw. F., fnhd. rabe, rube ‚Rübe‘, eine Entlehnung aus lat. rāpa bzw. rāpum ‚Rübe‘ zurückgeht, ist nicht zu entscheiden. Die Belege in Ober-Beerbach zeigen eine Umdeutung von Rabennest zu Räubernest im Sinne von ‚Schlupfwinkel diebischen Gesindels‘
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Rabe-Stirn: auff der Raben stirn (Schwalheim)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/686768_auff-der-raben-stirn> (aufgerufen am 04.06.2026)
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