Rot-Sturz: AM ROTEN STURTZ
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch
Rot
Zu ahd. mhd. rôt ‚rot‘. Namengebend war in der Regel die rötliche Färbung des Bodens bzw. des jeweiligen Objekts.
Sturz
Der Sturzberg in Beltershain bezeichnet eine (steil abfallende?) Höhe an der Grenze nach Göbelnrod. Die Bezeichnung der Wiese in Freienseen kann mit Sturz, ahd. mhd. sturz st. M. ‚Sturz, Fall‘ zusammenhängen, wenn es sich um einen relativ steilen Hanggrund handelt. Oder es handelt sich um eine analoge Bildung zu Sturzacker ‚gepflügter Acker‘ (< 18. Jahrhundert), zu stürzen in der Bedeutung ‚umwenden‘, speziell ‚das Feld nach der Brache umpflügen‘. Die mündliche Form weist allerdings eher auf ein Herkommen von Stutz ‚Abhang‘.
Südhessisches Flurnamenbuch
Rot
Zu ahd. mhd. rôt ‚rot‘. Namengebend war in der Regel die rötliche Färbung des Bodens bzw. des jeweiligen Objekts. Beim Roten Hut in Heppenheim handelt es sich um einen Turm der Stadtbefestigung. Der mündlich verbreitete Name Rotmantel in Dietzenbach soll als EreignisN an die Auffindung eines toten, in einen roten Mantel gekleideten Soldaten erinnern
Sturz
Der Wasen in Löhrbach liegt an einem relativ steilen Hanggrund, sodass der Name sowohl mit Sturz, ahd. mhd. sturz st. M. ‚Sturz, Fall‘ zusammenhängen kann als auch mit Stutz (s. d.), wie es die mündliche Form nahe legt.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Rot-Sturz: AM ROTEN STURTZ (Rinderbügen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/683014_am-roten-sturtz> (aufgerufen am 29.11.2025)
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