Hohe-Rod: uff dem Hoenrode
Beleg
Standard-Flurname
Hohe-Rod
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1514
Quelle
Hardt-Friederichs (1976): Staatsarchiv Marburg, O II b, Kloster Naumburg.
Weitere Belege
- AUF DEM HOHEN RATH
- ca. 1334: an dem Hohenrode
Boehmer, Johann Friedrich und Friedrich Lau: Codex diplomaticus moenofrancofurtanus. 2. Bd. 1314-1340. Frankfurt/M 1905., S. 392 - 1371, kopial 15. Jahrhundert: vff dem hoen rode [Acker]
Staatsarchiv Marburg, Salbücher, Nr. 487., fol. 66' - 1476: uff dem Hohen Roide [Acker]
Hardt-Friederichs (1976): Staatsarchiv Marburg, O II b, Kloster Naumburg., S. 173 - 1512: (neben dem) hogen rode
Clemm, Ludwig: Die Urkunden der Prämonstratenserstifte Ober- und Nieder- Ilbenstadt 1450-1806. In: Archiv für Hessische Geschichte, NF 15 (1926). S. 147-224, 385-517., S. 210 - 1515: vff dem hogen roidt
Staatsarchiv Darmstadt, A 3. - 1517: by dem Hogenrode
Staatsarchiv Darmstadt, F 11, B 2, Konv. 11., fol. 40 - 1686: auff dem Hohen roth [Acker]
Staatsarchiv Darmstadt, F 11, B 2, Konv. 7., fol. 28 - 1691, kopial 1770: auf dem Hohen roth [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 86, Akten, Nr. 73., pag. 16 - 1691, kopial 1770: auf den Hoch: Roht [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 86, Akten, Nr. 73., pag. 11
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Rod
Zu ahd. rot, rod, mhd. riute st.N.F.‚Rodung, durch Rodung urbar gemachtes Stück Land‘. Die zahlreichen Belege weisen eine Fülle von sprachlichen Varianten auf. Neben den häufigen /ro:t, rot/-Formen sind es vor allem /rö:de/-Formen. Soweit sie als Sg. fem. identifizierbar sind, gehen sie auf eine Nebenform von mhd. riute zurück, in der der Stammvokal gekürzt uns zu /ö/ gesenkt ist, um dann durch die Dehnung in offener Silbe zu /rö:de/ zu werden. /rö:de/ kann aber auch Plural zu Rod sein und konkurrieiert dann mit der Pluralform auf /-er/: Röder, mundartlich oft zu /re:rer/ entrundet und weiter zu /ri:rer/ gehoben. Rod-Formen erscheinen häufiger mit Senkung zu /a/ (Rad). Bei mündlichen /u:/-Formen wurde in der Regel angenommen, dass sie zu rot gehören, womit Vermengung ohnehin leicht möglich ist. Für den /d/-Laut kommt neben regelmäßigem Rhotazismus zu /r/ gelegentlich Lamdbazismus zu /l/ vor (Röder Loch in Odenhausen (Rabenau)). - In diesem wie in einigen andern Fällen ist nicht auszuschließen, dass die Namen an SiedlungsN Rod erinnern, über die aber nichts weiter bekannt ist.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Rod
Zu ahd. rot, rod, mhd. riute st. N. ‚Rodung, durch Rodung urbar gemachtes Stück Land‘. Der FlN Rod ist in vielen Varianten im ganzen Untersuchungsgebiet dicht und früh (13./ 14. Jh.) belegt. Formen mit Langvokal (in historischen Belegen oft durch Dehnungs-tii gekennzeichnet: roidtr) stehen neben solchen mit Vokalkürze; das /o/ erscheint vereinzelt zu /u/ gehoben, daneben häufig zu /ɑ/ gesenkt (Rad ), besonders im Nordosten des Untersuchungsgebiets. Neben der vorherrschenden Diminutivform Rödchen gibt es im südlichen Untersuchungsgebiet die mit dem Suffix -el gebildete Form Rödel, bei den Pluralformen überwiegt die Form Röder. Auch hier zeigt sich starke Varianz im Bereich des Vokalismus, die in einzelnen Fällen zu Umdeutungen und Verballhornungen geführt hat: Rädchen, Rädel, Rodel, Riedel, Rüdel, Rudel; Räder, Roder, Rieder, Rüder. Die Abgrenzung von Rod gegen rot (und den FamN Rot, Roth) ist - vor allem in den historischen Belegen - nicht immer zweifelsfrei möglich.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hohe-Rod: uff dem Hoenrode (Kaichen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/656163_uff-dem-hoenrode> (aufgerufen am 04.06.2026)
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