Herb-Lache: über die Herb Lach
Beleg
Standard-Flurname
Herb-Lache
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1755
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Ebersgöns Nr. 1.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Lache
Lache kann sich in FlN auf zwei verschiedene Sachverhalte beziehen: Lache 1: Zu ahd. lah st. M., lahha sw. F. ‚Lache, Sumpf, Wassergraben‘, mhd. lâ st. F., lache sw. st. F. ‚Lache, Pfütze, Sumpf, Sumpfwiese‘, nhd. Lache, ‚stehendes kleineres Gewässer, Pfuhl; sumpfige Wiese; niedrig gelegener, oft überschwemmter Landstrich; flache Geländevertiefung; stehendes Wasser in einem alten Flussbett‘. Lache 2: Zu mhd. lâche, lâchene sw. F., nhd. Lache ‚Einschnitt, Kerbe in den Grenzbaum oder -stein; Grenzzeichen‘. Zur Grenzmarkierung dienten im Mittelalter Einkerbungen in bestimmten, meist auffälligen und hochwüchsigen Bäumen (mhd. lâchboum st. M. ‚Grenzbaum‘) oder Steinen (mhd. lâchstein st. M. ‚Grenzstein‘). Im Untersuchungsgebiet scheint durchweg die Bedeutung Lache 1 namengebend zu sein. Dabei bezieht sich der Name in Einzelfällen sogar auf ein fließendes Gewässer wie im Falle der Oberlache in Gießen-Wieseck. Nur in einigen Namen mit Lache als BT könnte auch eine Grenzmarkierung Anlass zum Namen gegeben haben.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Herb
Wohl zum Adjektiv herb, mhd. hare, har, here, her ‚herb, bitter‘, wobei das namengebende Motiv unklar bleibt.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Lache
Karte 108
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Herb-Lache: über die Herb Lach (Ebersgöns)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/642551_ueber-die-herb-lach> (aufgerufen am 05.07.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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