Stoppel-Bitze: auf der stoppel Bietz
Beleg
Standard-Flurname
Stoppel-Bitze
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1731
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 180, Dillenburg Nr. 24.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Bitze
Zu ahd. bizûna st.w. F. ‚eingezäuntes Grundstück‘, mhd. bitze st. F. ‚Baumgarten‘. Daneben steht die seltenere Variante Betzen M. (N.?), die ahd. bizûni, mhd. bizûne, bîzune st. N. fortsetzt. Vergleichbar den Beunden beziehen sich Bitze und Betzen ursprünglich auf gezäuntes und Sonderrecht unterliegendes Sonderland. Insbesondere scheinen sie dem Obstbau gewidmet gewesen zu sein. Unsicher sind nur wenige Belege, die mit Pfütze (s.d.) vermischt oder umgedeutet worden sind.
Stoppel
Stoppel ist die mitteldt.-niederdt. und seit dem 16. Jahrhundert standardsprachlich werdende Form von mhd. (oberdt.) stupfel sw. F., ahd. stupfila, stupfala, stupfel; das Wort bezeichnet die abgeschnittenen Stümpfe der Halme, aber auch den Vorgang des Stoppelns, mhd. stupfeln, stüpfeln sw. V. ‚Ähren nachlesen; liegen gebliebenes Heu nachlesen; Nachlese auf dem Kartoffelacker; hängen gebliebenes Obst, bes. Äpfel und Birnen, sich aneignen‘. Da sich der Name auf eine Quelle bezieht, liegt eine bildliche Namengebung nahe: ‚Born der stoppelt, d.h. nur wenig Wasser gibt‘.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Bitze
Zu ahd. bizûna st. sw. F. ‚eingezäuntes Grundstück‘, mhd. bitze st. F. ‚Baumgarten‘. Daneben steht die in Südhessen nur noch resthaft bezeugte Variante Betzen M. (N.?), die ahd. bizûni, mhd. bizûne, bîziune st. N. fortsetzt. Vergleichbar den Beunden beziehen sich Bitze und Betzen ursprünglich auf gezäuntes und Sonderrecht unterliegendes Sonderland. Insbesondere scheinen sie dem Obstbau gewidmet gewesen zu sein. Unsicher sind nur wenige Belege, die mit Pfütze vermischt oder umgedeutet worden sind.
Stoppel
Stoppel ist die mitteldt.-niederdt. und seit dem 16. Jh. standardsprachlich werdende Form von mhd. (oberdt.) stupfel sw. F., ahd. stupfila, stupfala, stupfel; das Wort bezeichnet die abgeschnittenen Stümpfe der Halme, aber auch den Vorgang des Stoppelns, mhd. stupfeln, stüpfeln sw. V. ‚Ähren oder Trauben nachlesen‘. Diese Tätigkeit ist als Benennungsmotiv plausibler: Stoppelacker kennzeichnet einen Acker, auf dem gestoppelt wird, Stoppelweide hingegen eine abgeweidete Weide. In Jügesheim und Rod(DAD) kann wegen des Flexions-s auch ein BesitzerN vorliegen.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Bitze
Karte 11
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Stoppel-Bitze: auf der stoppel Bietz (Dillenburg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/63780_auf-der-stoppel-bietz> (aufgerufen am 10.07.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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