Riegel-Seife: IM RIEGELSEIF ['riːl,saɪf]
Weitere Belege
- 1729: im Riegelß Seife [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 180, Dillenburg Nr. 24., fol. 56 - 1730: im riegelß Saife [Wiese]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 180, Dillenburg Nr. 24., fol. 111 - 1733: auf der rigelß Seyfe [Wiese]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 180, Dillenburg Nr. 24., fol. 164
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Riegel
Zu ahd. rigil, mhd. rigel st. M., nhd. Riegel ‚Querholz, Türriegel; Prügel, Knüppel; kleine Anhöhe, steiler Bergabsatz‘. In den FlN bezieht sich Riegel in der Regel auf Querstangen zum Sperren einer Straße oder eines Durchgangs. Mitunter wohl auch zum PN Riegel. - Sprachlich auffällig ist die mehrfach auttretende Form /ri:gen/, wobei der /l/-/n/-Wechsel vermutlich durch die Flexion /-eln/ im Plural und im Dat.Sg. bedingt ist.
Seife
Die Namen gehören als Substantivbildung von mhd. sîfen st. V. ‚tröpfeln, triefen‘ zu mhd. sîfe sw. M. ‚Bächlein, von einem Bächlein durchzogene Bergschlucht‘; in FlN im Flachland auch im Sinne von ‚feuchte Stelle‘. In Mittelhessen schwankt das Genus zwischen mask. und fem., während die Namen in Südhessen nur fem. Genus aufweisen.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Riegel
Zu ahd. rigil, mhd. rigel st. M., nhd. Riegel ‚Querholz, Türriegel; Prügel, Knüppel; kleine Anhöhe, steiler Bergabsatz‘; öfter wohl auch zum PN Riegel. Da die Bedeutung ‚(abriegelnder) Berg‘ für das Südhess. nicht belegt ist, verweisen die Namen mehrheitlich auf Öffnungen in Landwehren oder Dorfzäunen, die mit Balken verriegelt wurden. Vielleicht deuten einige Namen aber auch auf quer liegende Flurstücke oder auf Wege, Hecken oder Gräben hin, die mit Knüppeln (“Riegeln”) befestigt waren.
Seife
Die Namen gehören als Substantivbildung von mhd. sîfen st. V. ‚tröpfeln, triefen‘ zu mhd. sîfe sw. M. ‚Bächlein, von einem Bächlein durchzogene Bergschlucht‘; in FlN im Flachland auch im Sinne von ‚feuchte Stelle‘. In Südhessen weisen die Namen durchweg fem. Genus auf; in Nlieb liegt Diminutiv vor. Die auch im Pfälzischen vorkommenden Seifds-Namen gehen wohl auf mhd. *sîfezen zurück, vgl. lothringisch-elsässisch sifzen ‚durchsickern, tröpfeln, feucht sein‘, das als Intensivbildung mit dem Suffix -ezzen, -izzen ebenfalls zu mhd. sîfen st. V. gehört. Amtlich wurde der FlN an seufzen angeschlossen.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Seife
Karte 120
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Riegel-Seife: IM RIEGELSEIF (Dillenburg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/63721_im-riegelseif> (aufgerufen am 08.07.2026)
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