Rohrbach-Kuh-Trieb: am Rorbacher kuhetrieb
Beleg
Standard-Flurname
Rohrbach-Kuh-Trieb
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1628
Quelle
Fürstliches Archiv Büdingen, Kulturwesen, Fasz. 79, Nr. 525.
Weitere Belege
- 1631: ahm Rorbachr kühtrieb
Fürstliches Archiv Büdingen, Ysenburgische Landteilungen, Fasz. 9, Nr. 67a., fol. 136'
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Kuh
Zu ahd. mhd. kuo st. F. ‚Kuh‘. Die FlN haften meist an Flächen und Triebwegen, die von den Gemeinden für die Weide und Haltung ihrer Kühe genutzt wurden. Im Kühkirchhof wurden verendete Tiere vergraben. Manchmal war wohl ein besonderes Ereignis mit einer Kuh namengebend, manchmal dient die Bezeichnung eines Körperteils als FormN: Kühhorn, Kühkopf und besonders Kühzahl (‚Schwanz‘). Namen mit Kuh als GT erinnern wohl an bestimmte Ereignisse.
Rohrbach
GewN, zu Rohr (s.d.)
Trieb
Wie mhd. trip st. M. und trift ‚das Treiben, Weide‘ eine Substantivbildung zu ahd. trîban, mhd. trîben st.V. ‚treiben‘. Wie in heute noch gebräuchlichem ‚Auftrieb‘, ‚Abtrieb‘ zunächst der Weg zur Viehweide, dann aber auch schon früh der Weideplatz selbst.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Kuh
Zu ahd. mhd. kuo st. F. ‚Kuh‘. Die FlN haften meist an Flächen und Triebwegen, die von den Gemeinden für die Weide und Haltung ihrer Kühe genutzt wurden. Im Kühkirchhof wurden verendete Tiere vergraben. Manchmal war wohl ein besonderes Ereignis mit einer Kuh namengebend (Hassenroth, Rimbach), manchmal dient die Bezeichnung eines Körperteils als FormN: Kühhorn, Kühzell (zu *Zahl ‚Schwanz‘, s. d.) und besonders Kühkopf als Name der heutigen Rheininsel. Gelegentlich wird auch nach dem Kuhhirten (und seinem Nutzungsstück) oder nach dem damit verbundenen PN benannt (Gronau, Groß-Zimmern). In Bauschheim kommt Benennung nach einem Bachgraben (aus der Englache) oder nach einem FamN in Betracht.
Rohrbach
Zu dem im Untersuchungsgebiet mehrfach vorkommenden GewN Rohrbach, davon rezent 1) rechts zur Modau (Nieder-Modau, Ober-Ramstadt), 2) rechts zur Gersprenz (Rohr(Odenwald), Unter-Ostern).
Trieb
Wie mhd. trîp st. M. und trift ‚das Treiben, Weide‘ eine Substantivbildung zu ahd. trîban, mhd. trîben st. V. ‚treiben‘. Wie in heute noch gebräuchlichem ‚Auftrieb‘, ‚Abtrieb‘ zunächst der Weg zur Viehweide, dann aber auch schon früh der Weideplatz selbst. Triebel und Driebel gehörten vermutlich als -el-Ableitung hierher, wenngleich ein FormN zu mhd. tribel st. M. ‚Böttcherhammer, Kurbel am Spinnrad‘ nicht auszuschließen ist.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Trieb
Karte 34
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Rohrbach-Kuh-Trieb: am Rorbacher kuhetrieb (Aulendiebach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/628496_am-rorbacher-kuhetrieb> (aufgerufen am 11.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/628496