Pulver-Weiher: ahn den Pulffer weyher
Beleg
Standard-Flurname
Pulver-Weiher
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1713
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 333, Akten Nr. 1436.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Pulver
Zu ahd. mhd. pulver st. M. ‚Pulver, Staub, Asche‘, einer Entlehnung aus mittellat. pulver ‚Staub, Pulver‘. Namengebend waren Pulvermagazine und Pulvermühlen (zu mhd. pulvermühl st. F.), in denen die Bestandteile des Schießpulvers zerkleinert wurden.
Weiher
Zu ahd. wîwâri, mhd. wîwære, wîver, wîher, wîære, wîer st. M. ‚Weiher‘, einer Entlehnung aus lat. vivarium ‚Käfig, Tiergarten, Fischbehälter, Fischteich‘. Im dt. Sprachraum verengt sich die Bedeutung zu ‚Fischteich, Teich‘. Die zahlreichen FlN-Belege zeugen für die starke Verbreitung des Worts im Untersuchungsraum. Wie das Appellativ beziehen sich die Namen meist auf natürliche oder auf künstlich angelegte Fischteiche, deren Zu- und Abfluss durch Wehranlagen zu regulieren ist. Schwieriger zu deuten sind Belege mit inlautendem /m/ wie Weimar, Weimer(t) oder Weimel. Der Nasal kann aus Nebenformen wie ahd. wînwer entstanden sein, so dass von einer Teilassimilation /n/ > /m/ auszugehen wäre.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Pulver
Zu ahd. mhd. pulver st. M. ‚Pulver, Staub, Asche‘, einer Entlehnung aus mittellat. pulver ‚Staub, Pulver‘. Namengebend waren Pulvermagazine (zu fnhd. pulferhaus) und Pulvermühlen (zu mhd. pulvermül st. F.), in denen die Bestandteile des Schießpulvers zerkleinert wurden. Dem Beleg aus Mainflingen liegt allerdings eher ein FamN zu Grunde.
Weiher
Zu ahd. wîwâri, mhd. wîwære, wîver, wîher, wîære, wîer st. M. ‚Weiher‘, einer Entlehnung aus lat. v²v±rium ‚Käfig, Tiergarten, Fischbehälter, Fischteich‘. Im dt. Sprachraum verengt sich die Bedeutung zu ‚Fischteich, Teich‘. Die zahlreichen FlN-Belege zeugen für die starke Verbreitung des Worts im Untersuchungsraum. Wie das Appellativ beziehen sich die Namen meist auf natürliche oder auf künstlich angelegte Fischteiche, deren Zu- und Abfluss durch Wehranlagen zu regulieren ist. Auf diese Anlagen verweisen auch die Namen Weiherhaus bzw. Weiberhaus. Sie gehen zurück auf mhd. wîwerhûs ‚ein dem Fischfang dienendes Haus‘. Die häufige nbb-Schreibung SWeiberW ist zunächst durch Hyperkorrektur des ursprünglichen und dialektalen [v] entstanden. Das Bedürfnis, den Hiatus wî-er mit einem Konsonanten zu füllen, zeigen die älteren Belege mit rhh- und mit -gg-Schreibung. Schwieriger zu deuten sind Belege mit inlautendem /m/ wie Weimar, Weimer(t) oder Weimel. Der Nasal kann aus Nebenformen wie ahd. wînwer entstanden sein, sodass von einer Teilassimilation /n/ > /m/ auszugehen wäre. Manche dieser Varianten können auch, wie wohl im Falle von Weibert, auf einen FamN Weimer(t) u. ä. bezogen werden.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Weiher
Karte 112
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Pulver-Weiher: ahn den Pulffer weyher (Oberreifenberg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/626205_ahn-den-pulffer-weyher> (aufgerufen am 15.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/626205