Pfaffe-Koppel: An dem paffen Koppell
Beleg
Standard-Flurname
Pfaffe-Koppel
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1569
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 333, Akten Nr. 1916.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Köppel
Durchweg zu hess. Köppel ‚kegelartige Erderhöhung‘. Namengebend waren kleine, mit Büschen und Bäumen bewachsene Hügel. Die Herkunft des Wortes ist ungeklärt, vermutlich handelt es sich um eine Diminutivbildung zu ahd. kuppha ‚Kopfbedeckung‘, mhd. kupfe, gupfe sw. F., mitteldt. kuppe, nhd. Kuppe, Koppe ‚runde Berghöhe‘. - Nur die Köppelshohl geht wegen des Flexions-/s/ wohl auf den FamN Köppel o.ä. zurück.
Koppel
Zu mhd. kuppel, koppel st. F. ‚Band, Verbindung; Land, an dem zwei oder mehr Parteien gleiches Weiderecht besitzen‘. Es handelt sich um eine Entlehnung, und zwar in dieser rechtlichen Bedeutung aus mittellat. copula ‚die rechtliche Verbindung mehrerer zur gemeinsamen Nutznießung eines ungeteilten Ganzen‘ aus lat. copula ‚Band‘. Daneben erscheint eine zweite, jüngere Entlehnung aus altfranz. couple ‚Joch Landes‘ im Sinne von ‚soviel Land, wie ein Paar Ochsen an einem Tag pflügen kann‘. Der FlN bezieht sich in Hessen aber durchweg auf die ältere Bedeutung, also auf Weideflächen, die von zwei oder mehr benachbarten Gemeinden gleichberechtigt genutzt werden durften. So war die Stadt Gießen an einer ganzen Reihe von Koppelhuten beteiligt.
Pfaffe
Zu ahd. phaffo, mhd. pfaffe sw. M. ‚Priester, Geistlicher‘, einer Entlehnung aus griech. papas ‚Kleriker‘. Pfaffe erscheint in den FlN als Bezeichnung für den Weltgeistlichen oder den im Kloster lebenden Mönch. Die Erträge aus den Grundstücken waren Teil ihrer wirtschaftlichen Ausstattung. Die Namen Pfaffenpfad und Pfaffenweg verweisen in der Regel auf die häufige Benutzung durch einen Pfarrer. Pfaffenstein-Namen erinnern zumeist an Grenzsteine eines geistlichen Besitzes. Gelegentlich kann auch der häufige FamN Pfaff namengebend sein. Aber der Pfaffensteg in Großen-Linden, den angeblich ein Zimmermann Pfaff am Ende des 19. Jahrhunderts erstellt hat, ist schon 1598 belegt.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Koppel
Zu mhd. kuppel, koppel st. F. ‚Band, Verbindung; Land, an dem zwei oder mehr Parteien gleiches Weiderecht besitzen‘. Es handelt sich um eine Entlehnung, und zwar in dieser rechtlichen Bedeutung aus mittellat. copula ‚die rechtliche Verbindung mehrerer zur gemeinsamen Nutznießung eines ungeteilten Ganzen‘ aus lat. copula ‚Band‘. Daneben erscheint eine zweite, jüngere Entlehnung aus altfrz. couple ‚Joch Landes‘ im Sinne von ‚soviel Land, wie ein Paar Ochsen an einem Tag pflügen kann‘. Der FlN bezieht sich in Hessen aber durchweg auf die ältere Bedeutung, also auf Weideflächen, die von zwei benachbarten Gemeinden gleichberechtigt genutzt werden durften.
Köppel
Nach den Belegen nur manchmal (sicher in Biblis und Raidelbach) zu hess. Köppel ‚kegelartige Erderhöhung‘. Namengebend waren dann kleine, mit Büschen und Bäumen bewachsene Hügel. Die Herkunft des Wortes ist ungeklärt, vermutlich handelt es sich um eine Diminutivbildung zu ahd. kuppha ‚Kopfbedeckung‘, mhd. kupfe, gupfe sw. F., mitteldt. kuppe, nhd. Kuppe, Koppe ‚runde Berghöhe‘. Die Namen sind hauptsächlich im nördlichen Hessen bezeugt. Die südhess. Kippel-Namen zeigen Entrundung des Stammvokals /y, œ/. Manchmal, wie in Offenthal, liegt eher ein FamN vor.
Pfaffe
Zu ahd. phaffo, mhd. pfaffe sw. M. ‚Priester, Geistlicher‘, einer Entlehnung aus griech. papás ‚Kleriker‘. Pfaffe erscheint in den FlN als Bezeichnung für den Weltgeistlichen oder für den im Kloster lebenden Mönch. Die Erträge aus den Grundstücken waren Teil ihrer wirtschaftlichen Ausstattung. Die Namen Pfaffenpfad und Pfaffenweg verweisen in der Regel auf die häufige Benutzung durch einen Pfarrer. Pfaffenstein-Namen erinnern zumeist an Grenzsteine eines geistlichen Besitzes.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Koppel f.
- 1
Der FlN geht auf mhd. kuppel, kupel, koppel, kopel st.f.‚ auch m. in der Bedeutungsvariante ‚Revier, an dem mehrere gleiches Recht haben bes. für Weide‘ (Lexer 1, 1789) zurück. Etymologisch mit lat. copula ‚Band‘ verbunden, ist die Entlehnung über die Vermittlung von afrz. co(u)ple (Kluge/Mitzka 394; ähnlich auch DWB 11 [V], 1785; Weigand/Hirt 1, 1120; Post 133) von Dittmaier angezweifelt worden. Als Rechtsterminus (DRWb 7, 1295ff.) scheint Koppel direkt aus mlat. copula ‚die rechtliche Verbindung mehrerer zur gemeinsamen Nutznießung eines ungeteilten Ganzen‘ (Dittmaier 161) übernommen zu sein.
In hessischen FlN scheint Koppel immer auf das Merkmal der gemeinsamen Nutzung bezogen zu sein; für die norddeutsche Bedeutung ‚eingezäuntes Feld, Wiese oder Stück überhaupt, das nicht als Garten dient‘ (DWB 11 [V], 1786), < mnd. koppel(e)‚ kôppele n.f. (Lasch/Borchling 2, 633), gibt es keine Anhaltspunkte (vgl. SHessWb 3, 1670). Als Wort ist Koppelhute in Waldeck gebräuchlich: ‚die Berechtigung, in der bloumenschnade zu hüten‘, womit ‚die Grenze der Hutberechtigung auf einer zwei benachbarten Gemarkungen gemeinsamen Fläche‘ (WaldWb 60, l4) gemeint ist (ähnlich in Thüringen; vgl. DWB ebd.).
In hessischen FlN bezieht sich Koppel meist auf Weideland.
- 2
Vermengungen in FlN sind durch die lautliche Nähe zu → Koppe (K. 78) und → Köppel (K. 79) möglich, scheinen aber selten zu sein.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 38
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Pfaffe-Koppel: An dem paffen Koppell (Niederreifenberg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/625832_an-dem-paffen-koppell> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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