Pferd-Winkel: im Pärtzs wünckel
Beleg
Standard-Flurname
Pferd-Winkel
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
um 1717
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Breitscheid Nr. 1.
Weitere Belege
- um 1717: im Pärtzs winckel [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Breitscheid Nr. 1., fol. 24' - um 1717: im Pferts Wünckell [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Breitscheid Nr. 1., fol. 382'
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Pferd
Zu ahd. pfarifrit, mhd. pherfrit, phert st. N. ‚Pferd‘, einer Entlehnung aus mittellat. paraveredus ‚Beipferd zum Postpferd‘. In FlN meist in Verbindung mit Plätzen, die als Pferdeweide benutzt wurden. Es ist erstaunlich, wie häufig der Name seit der frühen Neuzeit belegt vorkommt, da der Untersuchungsraum zum Gaul-Gebiet gehört (s.d.).
Winkel
Zu ahd. winkil, mhd. winkel st. M. ‚Winkel, Ecke, Ende, abseits gelegener Raum‘. Es handelt sich vielfach, insbesondere bei Komposita mit dem GT Winkel, um einen FormN für spitz zulaufende, von einer Weg- oder Flussbiegung oder einem Knick im Grenzverlauf begrenzte Flurstücke. Daneben tragen auch weit abgelegene oder verborgene Stellen häufig den Namen im Winkel. In drei Orten ist der FormN Winkelhaken bezeugt, der auf frühnhd. winkelhaken ‚aus zwei rechtwinklig miteinander verbundenen Linealen gebildetes Werkzeug aus Holz oder Metall‘ zurückgeht. Entsprechend auch Winkeleisen als FormN.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Pferd
Zu ahd. pfarifrit, mhd. pherfrit, phert st. N. ‚Pferd‘, einer Entlehnung aus mittellat. paraveredus ‚Beipferd zum Postpferd‘. In FlN meist in Verbindung mit Plätzen, die als Pferdeweide benutzt wurden, gelegentlich auch, wie in Lorsch, mit Häusern, die an solche Orte angrenzen. In Lindenfels liegt Umdeutung aus dem FamN Faut, Vogt vor. Die mündlichen Formen (Füllen in Groß-Rohrheim, Gaul in Mörlenbach und Weiher) zeigen, wie ungebräuchlich Pferd in der Mundart gegenüber Gaul (s. d.) ist.
Winkel
Zu ahd. winkil, mhd winkel st. M. ‚Winkel, Ecke, Ende, abseits gelegener Raum‘. Es handelt sich vielfach, insbesondere bei Komposita mit dem GT Winkel, um einen FormN für spitz zulaufende, von einer Weg- oder Flussbiegung begrenzte Flurstücke. Daneben tragen auch weit abgelegene oder verborgene Stellen häufig den Namen Im Winkel. Die Belege aus Gernsheim, Langwaden und Rod(BGS) beziehen sich auf ein Waldgebiet bei Gernsheim, Kr. Groß-Gerau, wo der Winkelbach (s. d.) einen großen Winkel bildet. Zweimal bezeugt ist der FormN Winkelhaken (Ellenbach, Münster), der auf fnhd. winkelhaken ‚aus zwei rechtwinklig miteinander verbundenen Linealen gebildetes Werkzeug aus Holz oder Metall‘ zurückgeht.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Pferd-Winkel: im Pärtzs wünckel (Breitscheid)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/61908_im-paertzs-wuenckel> (aufgerufen am 04.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/61908