Wachs-Gewann: WACHSGEWANN [ɛn də voksgəvan]
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Gewann
Zu mhd. gewande st. sw. F. ‚Grenze, Umkreis, Acker‘; eigentlich ‚der Grenzstreifen, der beim Wenden des Pfluges entsteht‘. Das Wort gehört daher, wie ahd. giwanta ‚(Jahres-) Wende, Wechsel; Bewandtnis, Beschaffenheit‘ als Ableitung zum schwachen Verb ahd. wenten, mhd. wenden ‚wenden‘. Der durch die Wendefläche des Pflugs an den Enden des Feldes verbleibende Grenzstreifen, der nachträglich vertikal zur Hauptrichtung gepflügt werden musste, fasst die im Prozess der Vergewannung entstandenen Parzellen zu einer Einheit zusammen, auf deren Gesamtheit sich der Begriff Gewann ausweitet. Aus der allgemeineren Bedeutung entwickelt sich schließlich ein Fachbegriff für eine Einteilungseinheit der Ackerflächen, die in Vierecke von gleichartiger Bodenbeschaffenheit aufgeteilt wurden. In den Belegen zeigt sich eine Varianz zwischen fem. und neutr. Genus; viele Belege sind <d>-haltig und stehen damit formal enger an der Ausgangsbedeutung ‚wenden‘.
Wachs
Zu ahd. wahs, mhd. wahs st.N. ‚Wachs‘. Die Namen erinnern an Flurstücke, deren Erträge für eine Abgabe an Wachs, d.h. für den Kerzenbedarf einer Kirche verwendet wurden. Der historische Beleg aus Watzenborn-Steinberg weist den später wieder rückgängig gemachten Wandel /chs/ > /s/ auf. In Dorf-Güll umgedeutet aus Wade (s. d.).
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Gewann
Zu mhd. gewande st. sw. F. ‚Grenze, Umkreis, Acker‘; eigentlich ‚der Grenzstreifen, der beim Wenden des Pfluges entsteht‘. Das Wort gehört daher, wie ahd. giwanta ‚(Jahres-) Wende, Wechsel; Bewandtnis, Beschaffenheit‘, als Ableitung zum schwachen Verb ahd. wenten, mhd. wenden ‚wenden‘. „Der durch die Wendefläche des Pflugs an den Enden des Feldes verbleibende Grenzstreifen, der nachträglich vertikal zur Hauptrichtung gepflügt werden musste, fasst die im Prozess der Vergewannung entstehenden Parzellen zu einer Einheit zusammen, auf deren Gesamtheit sich der Begriff Gewann ausweitet.“
Wachs
Zu ahd. wahs, mhd. wahs st. N. ‚Wachs‘. Die Namen erinnern an Flurstücke, deren Erträge für eine Abgabe an Wachs, d. h. für den Kerzenbedarf einer Kirche verwendet wurden. Die Zugehörigkeit des Belegs aus Kirschhausen ist unsicher
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Gewann
Karte 7
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Wachs-Gewann: WACHSGEWANN (Oberhöchstadt)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/616156_wachsgewann> (aufgerufen am 08.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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