Nieder-Lei: NIEDERLAY [nirrelei]

Rezenter Beleg aus Niederlauken  
Gemeinde
Weilrod
Landkreis
Hochtaunuskreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Nieder-Lei

Belegort

Belegtyp

rezent

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Lei

Es handelt es sich um einen östlichen Randbeleg der im Rheinland sehr häufigen Namen. Sie gehen auf mhd. leie, lei st. F. ‚Fels, Stein‘, ein Wort unklarer, vermutlich galloromanischer Herkunft zurück. Im Nassauischen bezeichnet Lei ‚Fels‘ allgemein (Kehrein), so auch in Ober-Kleen.

Nieder

Zum Adjektiv ahd. nidar, mhd. nider ‚nieder‘. Nieder kennzeichnet, im Gegensatz zu ober, die relative Lage von Grundstücken und Anlagen. - Nieder- kommt als differenzierendes Glied in folgenden WüstungsN vor: Nieder-Beringheim, -Beuerstatt, -Dilshausen. Der Typ Niederfeld bezieht sich in der Regel auf ein Großfeld in der Dreifelderwirtschaft; der Typ Niederdorf auf einen Dorfteil.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Nieder

Zum Adjektiv ahd. nidar, mhd. nider ‚nieder‘. Nieder kennzeichnet, im Gegensatz zu ober, die relative Lage von Grundstücken und Anlagen.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Lei f.

1

Lei, mhd. leie, lei st.f., *auch leige, asächs. lêia ‚Fels, Stein‘ (Lexer 1, 1866) mit unklarer (Weigand-Hirt 2, 43), wohl galloromanischer Herkunft (Frings 216; Kluge/Mitzka 432), ist hauptsächlich im westdt. Sprachraum verbreitet (DWB 12 [VI], 681; Wallner 44f.; Post 110f.). Während Lei sich im Rheinland hauptsächlich auf Schiefergestein bezieht (Dittmaier 184), bezeichnet das Wort im Nassauischen auch ,Fels‘ überhaupt (KehreinWb 261). Im 19. Jh. ist „Leie fem., gewöhnlich Lêe, auch Lêde gesprochen,... nur in Oberhessen bekannt, selbst hier nicht allgemein üblich“ (Vilmar 244). Belegt sind die Verwendungen von Lei(e) für ,Schiefer‘, ‚Fels‘, besonders für die Schiefertafel des Schülers (HNassWb 2, 104; SHessWb 4, 270 und K. IV 22; Stroh 23).

2

Die dialektalen monophthongischen Varianten sind kaum einzugrenzen wie das von Vilmar angegebene /le:e/‚ da Vermengung mit Loh (K. 123) bestehen kann. Nach Struktur- und Kombinationstyp zu urteilen, läßt sich kein einziger hessischer /le:/- Name o. ä. sicher zu Lei stellen. Vereinzelt scheint allerdings Monophthongierung zu /la:/ vorzukommen. Vermengung mit apokopiertem /lei/ < Leite (K. 86) ist wegen der verschiedenen Verbreitungsgebiete bis auf den Grenzfall „Schmitter Lei“ in 5420c4 Sellnrod VBK auszuschließen. Unberücksichtigt bleiben (mit einer Ausnahme) die wenigen mask./neutr. Namen, die alle außerhalb des Hauptverbreitungsgebietes liegen und eher zu Loh oder Lehen gehören.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 99

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Nieder-Lei: NIEDERLAY (Niederlauken)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/615485_niederlay> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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