Ziegel-Stein: hinten am Ziegelstein

Historischer Beleg aus Neuweilnau  
Gemeinde
Weilrod
Landkreis
Hochtaunuskreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Ziegel-Stein

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1798

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 135, Akten Nr. IX, 82.

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Stein

Die Namen verweisen - in sehr unterschiedlicher Weise - allgemein auf das Material Stein, ahd. mhd. stein st. M. In historischen Belegen zeigt sich öfter Monophthongierung zu /e:/. (1) Die Namen beziehen sich großenteils auf natürliche Steinvorkommen, sei es die steinige Bodenbeschaffenheit, seien es auffällige Steinvorkommen. Genutzt und abgebaut werden Steine für Bauzwecke in Steinbrüchen, die meist Steingrube oder Steinkaute genannt werden. Größere natürliche Steinansammlungen, besonders an Hängen, heißen Steinrück(en), Steinritz, Steinrutsche. Steinige Hügel heißen Steinbühl, ein FlN, der oft sehr verschliffen als Steimel u. ä. erscheint. Auf die Probleme, die mit der agrarkulturellen Nutzung steinigen Bodens verbunden sind, weisen z. B. Namen wie Steinacker und Steinfeld hin. (2) Die zweite große Gruppe der Stein-FlN bezieht sich auf meist einzelne Steine, die als natürliche Erscheinung markant hervortretend oder durch menschliche Tätigkeit aufgestellt und bearbeitet bestimmte Aspekte der bäuerlichen Kultur repräsentieren. Das sind vor allem solche der kommunikativen Orientierung und der Begrenzungen (z. B. die Marksteine), soweit sie nicht als historische Relikte zu verstehen sind wie das Steinmal, die Steinkammer, der heilige Stein oder die langen Steine. (3) Schließlich gibt es die Gruppe der kulturellen Objekte aus Stein wie die Steinstraßen und Steinbrücken u. ä. An Steinfurten wurde das Durchqueren des Gewässers durch Steine ermöglicht.

Ziegel

Zu ahd. ziegala, mhd. ziegel st. M. ‚Ziegel‘, einer Entlehnung aus lat. têgula ‚Dachziegel‘. Die FlN beziehen sich auf Ziegelhütten oder auf Grundstücke, auf denen Tonvorkommen zur Ziegelherstellung abgebaut wurden.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Ziegel

Zu ahd. ziegala, mhd. ziegel st. M. ‚Ziegel‘, einer Entlehnung aus lat. t³gula ‚Dachziegel‘. Die FlN beziehen sich auf Ziegelhütten oder auf Grundstücke, auf denen Tonvorkommen zur Ziegelherstellung abgebaut wurden. Die Belege aus Mühlheim am Main, Nieder-Roden und Seligenstadt, deren GT auf -s enden, deuten zwar auf einen PN, doch wäre dann eher die Form Ziegler zu erwarten. In Seligenstadt ist auch der Name Ziegelgarten bezeugt, was die Zugehörigkeit zum Appellativ wahrscheinlich macht. Der Lemmakombinationstyp, das Fugen -s im Beleg von a. 1752 sowie die Bodenbeschaffenheit des Flurstücks legen nahe, dass hingegen in Heppenheim bei Ziegelroth von einem PN Siegel auszugehen ist, ebenso wie Ziegelhansen (Mümling-Grumbach) ein PN ist. - Der Ziegelbusch in Reinheim scheint hyperkorrekt für *zîl-busch zu stehen (vgl. Zeil ).

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Ziegel-Stein: hinten am Ziegelstein (Neuweilnau)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/615239_hinten-am-ziegelstein> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/615239