Weede: zu der wede

Historischer Beleg aus Kronberg im Taunus  
Landkreis
Hochtaunuskreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Weede

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1471

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 332, Urkunden Nr. 80.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Weede

Zu (spät-)mhd. wete st. sw. F., frühnhd. weed, wetti ‚Tränkung des Viehs; Viehtränke‘, wohl einer Ableitung zum Verb mhd. weten sw. V. ‚gehen, (Vieh-)treiben‘. Die FlN beziehen sich auf Viehtränken und meist künstlich angelegte Dorfteiche, die auch als Brandweiher dienten.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Weede

Zu (spät-)mhd. wete st. sw. F., fnhd. weed, wetti ‚Tränkung des Viehs; Viehtränke‘, wohl einer Ableitung zum Verb mhd. weten sw. V. ‚gehen, (Vieh-)treiben‘. Die FlN beziehen sich auf Viehtränken und meist künstlich angelegte Dorfteiche.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Weede f. / Schwemme f.

1A

Die Weede, Substantivierung zu mhd. weten, wetten sw.v. ‚waten, gehen durch‘ (Lexer 3, 805), setzt ahd. *watî f. voraus (DWB 27 [XIII], 2814; vgl. Weigand/Hirt 2, 1221), das sich auf die Tränkung des Viehs und dann auf die Tränke selbst bezieht. Weeden sind meist eingefaßte Teiche in Ortsnähe. Die FlN beziehen sich auf diese Einrichtung (Dittmaier 332).

Das Wort ist im wesentlichen auf das Fränkische und Schwäbisch-Alemannische beschränkt (DWB ebd.); es ist nicht hochsprachlich geworden.

In Hessen ist es in Südhessen, vor allem aber in West- und Mittelhessen verbreitet und hier bereits von E. Alberus (ein weed ,aquae receptaculum‘) genannt (KehreinWb 439; Crecelius 909; v. Pfister 331f.; FrankfWb 3505f.).

1B

Die Schwemme gehört als Substantivierung zu schwemmen, einem Kausativum zu schwimmen, und bezeichnet wie Weede ‚Handlung und Ort des Schwemmens‘ (Kluge/Mitzka 692f.; Weigand/Hirt 2, 821), mhd. swemme, swem st.f. ,Schwemme‘ (Lexer 2, 1358). In FlN bezieht sich Schwemme auf die gleiche Einrichtung wie die Weede, besonders als ,Pferdeschwemme‘ (Dittmaier 284).

Obwohl das Wort ebenfalls bei E. Alberus auftritt (schwemm; DWB 15 [IX], 2511), scheint es in Hessen nicht besonders gebräuchlich gewesen zu sein: Die älteren Wörterbücher verzeichnen es nicht, auch nicht das HNassWb; nur schwemmen ist für Waldeck belegt (HNassWb 3, 528; WaldWb 102, 170).

2A

1. Abgrenzungsschwierigkeiten gegen Weide treten im Einzelfall da auf, wo mhd. /ei/ > dial. /e:/ geworden ist (Wiesinger K. 15).

2. Die wenigen nordhessischen Belege sind unsicher, weil sie auch auf dort geltendes Wêde, Waede, Wêt f. ‚Haufen, Menge‘ (Vilmar 443) zurückgehen können.

2B

Keine Identifizierungsschwierigkeiten, sofern nicht in (ausgeklammerten) Einzelfällen Assimilation aus Schwand ‚durch Waldrodung gewonnenes Land‘ (Dittmaier 283) vorliegt.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 113

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Weede: zu der wede (Kronberg im Taunus)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/613393_zu-der-wede> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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