Süße-Sal: im süßen sahl
Beleg
Standard-Flurname
Süße-Sal
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1782
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 179, Nr. 178.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Sal
Die Namen sind unterschiedlicher Herkunft. (1) Zum einen gehören sie zu ahd. mhd. sal st. M. ‚Haus‘ und beziehen sich in der Regel auf den Herrenhof und das dazu gehörige Gut (vgl. bes. Sal-Hof). Hinzu können Übergaberechte kommen, soweit ahd. sala F. ‚Übertragung; das Übertragene‘, mhd. sal st. M. ‚Gut, Vermächtnis‘, sal, sale st. F. ‚rechtliche Übergabe eines Gutes‘ als Grundlage für die Namengebung diente. (2) Die meisten anderen Belege gehören zu Sal, Sel aus ahd. salaha, mhd. salhe sw. F. ‚Salweide‘ (Salix caprea). Einige Belege zeigen Umlaut.
Süße
Der Grundteil Süsse gehört vermutlich zu ahd. sioza ‚Praedia, Landgut‘, womit auch Weidegüter benannt wurden. Da das Wort früh untergegangen ist, wurden die Namen oft in süß umgedeutet. Der WegN in Dorf-Güll scheint in diesem Zusammenhang zu stehen. Offenbar liegt eine Zersprechung des ursprünglichen Namens vor. Dieser könnte sich anfangs auf einen Weg zu einem Wohn- oder Weideplatz bezogen haben. Ahd. sioza kann mündlich in der Form /*sesse/ im Raum bestanden haben und zur Grundlage für die Schreibformen des 14. und 17. Jhs. werden. Wahrscheinlicher wird diese Deutung durch das im gleichen Ort früh belegte /Eppelin-Sesschen/ dem ‚kleinen Wohn- oder Weideplatz eines Eppelin‘. Dann wurde *sesse unverstanden zu süß umgedeutet und erscheint -weiter zersprochen- in der heutigen dialektalen Variante /soisters/ < /sois/ ‚süß‘. Wenn die mündliche Form /soisters/ korrekt ist, liegt in der amtlichen Form <Senstenweg> eine Verschreibung für *<Seustenweg> vor.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Süße-Sal: im süßen sahl (Bicken)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/58476_im-suessen-sahl> (aufgerufen am 02.11.2026)
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