Weizen-Morgen: aufm Weitzmorg:

Historischer Beleg aus Merenberg  
Gemeinde
Merenberg
Landkreis
Limburg-Weilburg
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Weizen-Morgen

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1772

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 162, Nr. 163.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Weizen

Zu ahd. wei(z)i, weizze, mhd. weize, weizze, weiz st. sw. M. ‚Weizen‘. Der Name verweist auf den Anbau dieser Getreideart.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Morgen

Zu ahd. morgan, mhd. morgen st. M. ‚Morgen; Ackermaß‘, eigentlich ‚so viel Land, wie an einem Vormittag mit einem Gespann umgepflügt werden kann‘. Der Umfang des alten Morgens schwankt vor der Vereinheitlichung zu Beginn des 19. Jh.s im Großherzogtum Hessen von Ort zu Ort, zwischen ca. 2 000 qm und ca. 4 000 qm1. In Einzelfällen kann Morgen aber auch für die Ausrichtung eines Flurstücks in östlicher Richtung verwendet worden sein oder Morgenweide (s. d.) entsprechen (Rimbach).

Weizen

Zu ahd. wei(z)i, weizze, mhd. weize, weizze, weiz st. sw. M. ‚Weizen‘. Der Name verweist auf den Anbau dieser Getreideart. Die etymologisch verwandten Appellative Weizen und weiß können nicht immer sicher voneinander getrennt werden, da sich zur Bezeichnung des Getreides neben Weizen auch die Varianten Weiß- und Weißen- herausgebildet haben. Abgesehen von der Namenzusammensetzung oder dem Belegkontext, die oft allein eine eindeutige Zuordnung ermöglichen, deuten sonst vor allem die Belege mit mhd. /iː/ auf die Herkunft aus mhd. wîʒ ‚weiß‘. In Messel liegt Umdeutung aus Beune (s. d.) vor. Der Beleg aus Steinbach(BGS) ist wegen der mündlichen Form mit Monophthong /ɑː/ hierher gestellt.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Morgen m.

1

Der Morgen, schon ahd. morgan u. ä. ,iugerum, iurnalis‘ 1 (Graff 2, 854) als Ackermaß belegt, mhd. morgen st.m. bedeutet ‚eig. so viel Landes als an einem Vormittage mit einem Gespanne umgepflügt werden kann‘ (Lexer 1, 2200). Während ein Morgen heute ¼ ha = 2500 m² umfaßt, schwankt der Umfang des alten Morgens vor der Vereinheitlichung zu Beginn des 19. Jh.s (im Großherzogtum Hessen 1818), oft von Ort zu Ort, zwischen knapp 2000 und weit über 4000 m² (Krause 11-46). Der Gebrauch des „veraltenden Ackermaßes“ ist heute auf Süd-‚ West-, Mittelhessen und WFK westlich einer Linie etwa Wolfhagen-Fritzlar-Ziegenhain-Alsfeld-Herbstein-Salmünster (HNassWb 2, 367; SHessWb 4, 767) beschränkt. Morgen ist „nhd. vornehmlich in Mittel- und Norddeutschland“ verbreitet (DWB 12 [VI], 2563; Flechsig 1959a, 46f.). Im Ostmitteldt. ist Morgen als Wort nicht ungebräuchlich, hat sich aber anscheinend kaum in FlN niedergeschlagen (Schrickel 45; vgl. ThürWb 4, 712).

2

Die Identifizierung der sprachlichen Form ist unproblematisch. Wegen der Homophonie mit der Tageszeit Morgen (und den davon abhängigen Komposita) wird aufgrund des Kombinationstyps entschieden. So scheiden sicher aus: Morgengabe, Morgensonne, Morgenfrüh, Morgenstern, Morgenhutweide u. ä. Unsicher und deshalb ausgeschieden ist der Morgenbach in 4819a1 Ederbringhausen WFK, 5216c6 Hülshof MBK. Beim einen oder anderen Morgenweg, Morgenland, Morgenacker u. ä. könnte auch nach der Richtung, d. h. nach östlicher Ausrichtung benannt worden sein.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 52

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Weizen-Morgen: aufm Weitzmorg: (Merenberg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/583231_aufm-weitzmorg> (aufgerufen am 06.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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