Renn-Morgen: auf dem Renmorgen

Historischer Beleg aus Langendernbach  
Gemeinde
Dornburg
Landkreis
Limburg-Weilburg
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Renn-Morgen

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1788

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Langendernbach Nr. 1.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Renn

Die Namen gehören zu ahd. renniweg, mhd. rennewec st. M. ‚Rennweg‘, einer alten Bezeichnung für Fernwege, die für den schnellen Verkehr (besonders für Reiter) geeignet waren. Die meisten Belege weisen Hebung /e/ > /i/ auf. Auch der Rinnschlag in Krofdorf-Gleiberg gehört hierher; denn er liegt am Waldrand an der alten Weinstraße (s.d.) und weist vermutlich auf eine Straßensperre hin.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Morgen

Zu ahd. morgan, mhd. morgen st. M. ‚Morgen; Ackermaß‘, eigentlich ‚so viel Land, wie an einem Vormittag mit einem Gespann umgepflügt werden kann‘. Der Umfang des alten Morgens schwankt vor der Vereinheitlichung zu Beginn des 19. Jh.s im Großherzogtum Hessen von Ort zu Ort, zwischen ca. 2 000 qm und ca. 4 000 qm1. In Einzelfällen kann Morgen aber auch für die Ausrichtung eines Flurstücks in östlicher Richtung verwendet worden sein oder Morgenweide (s. d.) entsprechen (Rimbach).

Renn

Die Namen sind unterschiedlicher Herkunft, wobei die genaue Zuordnung der Einzelbelege aber zumeist nicht möglich ist. Einige Namen verweisen wohl auf Örtlichkeiten, wo Turniere bzw. Pferderennen stattfanden (Rennwiese; auch Rennberg). Andere sind als Nebenformen von Rinne (s. d.) aufzufassen, in denen der Stammvokal zu /e/ gesenkt ist, oder von Rind, in denen zusätzlich der auslautende Dental ausgefallen bzw. an den vorhergehenden Nasal assimiliert worden ist (Auerbach, Ober-Klingen, Wallerstädten). In einer Rindgrube wurde das verendete Vieh vergraben.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Morgen m.

1

Der Morgen, schon ahd. morgan u. ä. ,iugerum, iurnalis‘ 1 (Graff 2, 854) als Ackermaß belegt, mhd. morgen st.m. bedeutet ‚eig. so viel Landes als an einem Vormittage mit einem Gespanne umgepflügt werden kann‘ (Lexer 1, 2200). Während ein Morgen heute ¼ ha = 2500 m² umfaßt, schwankt der Umfang des alten Morgens vor der Vereinheitlichung zu Beginn des 19. Jh.s (im Großherzogtum Hessen 1818), oft von Ort zu Ort, zwischen knapp 2000 und weit über 4000 m² (Krause 11-46). Der Gebrauch des „veraltenden Ackermaßes“ ist heute auf Süd-‚ West-, Mittelhessen und WFK westlich einer Linie etwa Wolfhagen-Fritzlar-Ziegenhain-Alsfeld-Herbstein-Salmünster (HNassWb 2, 367; SHessWb 4, 767) beschränkt. Morgen ist „nhd. vornehmlich in Mittel- und Norddeutschland“ verbreitet (DWB 12 [VI], 2563; Flechsig 1959a, 46f.). Im Ostmitteldt. ist Morgen als Wort nicht ungebräuchlich, hat sich aber anscheinend kaum in FlN niedergeschlagen (Schrickel 45; vgl. ThürWb 4, 712).

2

Die Identifizierung der sprachlichen Form ist unproblematisch. Wegen der Homophonie mit der Tageszeit Morgen (und den davon abhängigen Komposita) wird aufgrund des Kombinationstyps entschieden. So scheiden sicher aus: Morgengabe, Morgensonne, Morgenfrüh, Morgenstern, Morgenhutweide u. ä. Unsicher und deshalb ausgeschieden ist der Morgenbach in 4819a1 Ederbringhausen WFK, 5216c6 Hülshof MBK. Beim einen oder anderen Morgenweg, Morgenland, Morgenacker u. ä. könnte auch nach der Richtung, d. h. nach östlicher Ausrichtung benannt worden sein.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 52

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Renn-Morgen: auf dem Renmorgen (Langendernbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/578785_auf-dem-renmorgen> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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