Schwenk-Morgen: heißit Swenkes morge
Beleg
Standard-Flurname
Schwenk-Morgen
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1384
Quelle
Struck, W. H.: Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte im Gebiet der mittleren Lahn. Band 3 und 4. KARTEIKARTE FEHLT!!!
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Schwenk
Zum FamN Schwenk.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Morgen
Zu ahd. morgan, mhd. morgen st. M. ‚Morgen; Ackermaß‘, eigentlich ‚so viel Land, wie an einem Vormittag mit einem Gespann umgepflügt werden kann‘. Der Umfang des alten Morgens schwankt vor der Vereinheitlichung zu Beginn des 19. Jh.s im Großherzogtum Hessen von Ort zu Ort, zwischen ca. 2 000 qm und ca. 4 000 qm
Schwenk
Schwenk ist Substantivbildung zu schwenken, mhd. swenken sw. V. ‚schwenken, hin und her schwingen‘. Das Benennungsmotiv ist damit jedoch noch nicht geklärt. Es kann sich um eine Schwemme (s. d.) oder Weede (s. d.) handeln. Das gilt für Büttelborn und wohl auch für Rothenberg. Die Belege aus Gräfenhausen und Schneppenhausen beziehen sich auf den gleichen Graben, der sich früher zwischen Heistgraben und Mühlbach schlängelte, sodass hier eher die schwingende Bewegung des Grabenlaufs namengebend war. In Gräfenhausen erfolgte deshalb sprachlich vielleicht eine Anpassung an schwenken.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Morgen m.
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Der Morgen, schon ahd. morgan u. ä. ,iugerum, iurnalis‘ 1 (Graff 2, 854) als Ackermaß belegt, mhd. morgen st.m. bedeutet ‚eig. so viel Landes als an einem Vormittage mit einem Gespanne umgepflügt werden kann‘ (Lexer 1, 2200). Während ein Morgen heute ¼ ha = 2500 m² umfaßt, schwankt der Umfang des alten Morgens vor der Vereinheitlichung zu Beginn des 19. Jh.s (im Großherzogtum Hessen 1818), oft von Ort zu Ort, zwischen knapp 2000 und weit über 4000 m² (Krause 11-46). Der Gebrauch des „veraltenden Ackermaßes“ ist heute auf Süd-‚ West-, Mittelhessen und WFK westlich einer Linie etwa Wolfhagen-Fritzlar-Ziegenhain-Alsfeld-Herbstein-Salmünster (HNassWb 2, 367; SHessWb 4, 767) beschränkt. Morgen ist „nhd. vornehmlich in Mittel- und Norddeutschland“ verbreitet (DWB 12 [VI], 2563; Flechsig 1959a, 46f.). Im Ostmitteldt. ist Morgen als Wort nicht ungebräuchlich, hat sich aber anscheinend kaum in FlN niedergeschlagen (Schrickel 45; vgl. ThürWb 4, 712).
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Die Identifizierung der sprachlichen Form ist unproblematisch. Wegen der Homophonie mit der Tageszeit Morgen (und den davon abhängigen Komposita) wird aufgrund des Kombinationstyps entschieden. So scheiden sicher aus: Morgengabe, Morgensonne, Morgenfrüh, Morgenstern, Morgenhutweide u. ä. Unsicher und deshalb ausgeschieden ist der Morgenbach in 4819a1 Ederbringhausen WFK, 5216c6 Hülshof MBK. Beim einen oder anderen Morgenweg, Morgenland, Morgenacker u. ä. könnte auch nach der Richtung, d. h. nach östlicher Ausrichtung benannt worden sein.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 52
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schwenk-Morgen: heißit Swenkes morge (Heringen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/575375_heissit-swenkes-morge> (aufgerufen am 07.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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