Taube-Morgen: Auf dem Daub Morgen
Beleg
Standard-Flurname
Taube-Morgen
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1775
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Niederjosbach Nr. 2.
Weitere Belege
- DAUBMORGEN
- 1700: auff dem Daub morgen [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Niederjosbach Nr. 1. - 1700: obig dem Taubmorgen [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Niederjosbach Nr. 1.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Taube
Es kommen zwei Wörter für die Namenbildung in Betracht, die bei jüngeren Belegen nicht auseinander zu halten sind: ahd. toub, mhd. toup Adj. ‚taub, stumpf‘ und ahd. tûba, tuba, mhd. tûbe sw. F. ‚Taube‘ . Wo das Adjektiv namengebend war, bezeichnet es ‚unfruchtbares, trockenes Land‘. Taube als namengebendes Motiv liegt sicher nur vor in Kombinationstyppen wie Taubenbaum und Taubenhaus (zu mhd. tûbhûs, tûbenhûs st.N.) ‚Taubenschlag‘, besonders für frei auf Pfosten stehende Häuschen.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Morgen
Zu ahd. morgan, mhd. morgen st. M. ‚Morgen; Ackermaß‘, eigentlich ‚so viel Land, wie an einem Vormittag mit einem Gespann umgepflügt werden kann‘. Der Umfang des alten Morgens schwankt vor der Vereinheitlichung zu Beginn des 19. Jh.s im Großherzogtum Hessen von Ort zu Ort, zwischen ca. 2 000 qm und ca. 4 000 qm
Taube
Zu ahd. tûba, tuba, mhd. tûbe sw. F. ‚Taube‘ bzw. zu mhd. tûbhûs, tûbenhûs st. N., fnhd. ‚Taubenschlag‘, besonders für frei auf Pfosten stehende Häuschen. Das Wort hat sich in Südhessen nur noch in FlN erhalten. Schon die ältesten Belege zeigen vereinzelt nach dem Muster Backhaus Backes die Kontraktion zu Daubes. - Tauberts ist an fnhd. taubert, südhess. täuber, täubert ‚männliche Taube‘ angeschlossen.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Morgen m.
- 1
Der Morgen, schon ahd. morgan u. ä. ,iugerum, iurnalis‘ 1 (Graff 2, 854) als Ackermaß belegt, mhd. morgen st.m. bedeutet ‚eig. so viel Landes als an einem Vormittage mit einem Gespanne umgepflügt werden kann‘ (Lexer 1, 2200). Während ein Morgen heute ¼ ha = 2500 m² umfaßt, schwankt der Umfang des alten Morgens vor der Vereinheitlichung zu Beginn des 19. Jh.s (im Großherzogtum Hessen 1818), oft von Ort zu Ort, zwischen knapp 2000 und weit über 4000 m² (Krause 11-46). Der Gebrauch des „veraltenden Ackermaßes“ ist heute auf Süd-‚ West-, Mittelhessen und WFK westlich einer Linie etwa Wolfhagen-Fritzlar-Ziegenhain-Alsfeld-Herbstein-Salmünster (HNassWb 2, 367; SHessWb 4, 767) beschränkt. Morgen ist „nhd. vornehmlich in Mittel- und Norddeutschland“ verbreitet (DWB 12 [VI], 2563; Flechsig 1959a, 46f.). Im Ostmitteldt. ist Morgen als Wort nicht ungebräuchlich, hat sich aber anscheinend kaum in FlN niedergeschlagen (Schrickel 45; vgl. ThürWb 4, 712).
- 2
Die Identifizierung der sprachlichen Form ist unproblematisch. Wegen der Homophonie mit der Tageszeit Morgen (und den davon abhängigen Komposita) wird aufgrund des Kombinationstyps entschieden. So scheiden sicher aus: Morgengabe, Morgensonne, Morgenfrüh, Morgenstern, Morgenhutweide u. ä. Unsicher und deshalb ausgeschieden ist der Morgenbach in 4819a1 Ederbringhausen WFK, 5216c6 Hülshof MBK. Beim einen oder anderen Morgenweg, Morgenland, Morgenacker u. ä. könnte auch nach der Richtung, d. h. nach östlicher Ausrichtung benannt worden sein.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 52
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Taube-Morgen: Auf dem Daub Morgen (Niederjosbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/521988_auf-dem-daub-morgen> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/521988