Reis-Leder-Wiese: am reyßleders wiesen
Beleg
Standard-Flurname
Reis-Leder-Wiese
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1555/1556
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 331, R 3 (1555).
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Leder
Der Name der Gasse geht wohl auf dort ansässige Gerber oder Lederer zurück, mhd. leder-gerwe(r) zurück.
Reis
Unklar.
Wiese
Zu ahd. wisa, mhd. wise sw. st. F. ‚Wiese‘. In FlN zeigt sich die allgemeine Bedeutung ‚zu mähende (kultivierte) Grünfläche‘.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Leder
Die Namen aus Ellenbach und Gundernhausen stellen sich zu ahd. ledarhosa, mhd. lederhose sw. F. ‚Hose aus Leder, Ledergamasche‘ und verweisen auf den hosen- oder strumpfförmigen Umriss eines Flurstücks. Die übrigen Namen enthalten im BT entweder Nebenformen von Lett (s. d.) oder den FamN Leder.
Reis
Zu ahd. rîs, hrîs, mhd. rîs st. N. ‚Reis, Zweig, Ast‘, dann auch ‚Gebüsch‘, bzw. zum FamN Reis, Reiß. Es handelt sich demnach entweder um Gelände, das mit Gebüsch oder Niederwald bewachsen war oder dessen Besitzer den Namen Reis(s) trug. Unklar ist der Name des Kreuzes in Ober-Sensbach (heute WirtshausN Reußener Kreuz)
Wiese
Zu ahd. wisa, mhd. wise sw. st. F. ‚Wiese‘. In FlN zeigt sich die allgemeine Bedeutung ‚zu mähende (kultivierte) Grünlandfläche‘. Neben das Simplex und die zahlreichen Komposita treten die Diminutivformen Wieschen, Wießgen und Wiesel. Die zusammengehörigen Belege aus Auerbach und Bensheim zeigen einen zersprochenen Namen, dessen Zugehörigkeit zu Wiese im BT unsicher ist. Den ältesten Belegen aus Rüsselsheim liegt ein FamN Wiese zu Grunde.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Reis-Leder-Wiese: am reyßleders wiesen (Eppstein)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/511038_am-reyssleders-wiesen> (aufgerufen am 05.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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