Wetz-Brühl: Am wetzbell

Historischer Beleg aus Diedenbergen  
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Wetz-Brühl

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1536

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 331, Urkunden Nr. 385.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Brühl

Brühl, ahd. broil, bruil ‚umzäuntes Wiesengelände‘, speziell ‚Tiergehege‘, mhd. brüel st. M. ‚bewässerte, buschige Wiese, Aue‘ ist vermutlich aus mittellat. bro(g)ilus entlehnt, das gallorom. *brogilos ‚Grenzsumpf, Sumpf‘ voraussetzt. Brühl steht einerseits für die zum Herrenhof gehörige große Wiese, die daher dem Sonderrecht unterliegt, andererseits allgemein für Wiesen, ursprünglich wohl besonders für sumpfige, nasse Wiesen, dann auch für herrschaftliche Tiergehege.

Wetz

Zu ahd. wezzen, mhd. wetzen sw.V. ‚schärfen‘, eine Ableitung vom Adjektiv ahd. hwas ‚scharf(kantig)‘. In Verbindung mit dem GT /-stein/ liegt ein FormN nach der Form des Wetzsteins, ahd. wezzistein, mhd. wetzestein st. M. vor. Die Belege aus Langgöns, Leihgestern, Watzenborn-Steinberg beziehen sich auf einen Grenzstein an einer Koppelweide, der entweder die Form eines Wetzsteins hatte oder tatsächlich zum Wetzen benutzt wurde.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Brühl

Brühl, ahd. broil, bruil ‚umzäuntes Wiesengelände‘, speziell ‚Tiergehege‘, mhd. brüel st. M. ‚bewässerte, buschige Wiese, Aue‘ ist vermutlich aus mittellat. bro(g)ilus entlehnt, das gallorom. *brogilos ‚Grenzsumpf, Sumpf‘ voraussetzt. Brühl steht einerseits für die zum Herrenhof gehörige große Wiese, die daher dem Sonderrecht unterliegt, andererseits allgemein für Wiesen, ursprünglich wohl besonders für sumpfige, nasse Wiesen, dann auch für herrschaftliche Tiergehege.

Wetz

Vermutlich zu ahd. wezzen, mhd. wetzen sw. V. ‚schärfen‘, eine Ableitung vom Adjektiv ahd. hwas ‚scharf(kantig)‘. Es handelt sich um spitz zulaufende Flurstücke, was für die Flurform der Wetzen in Groß-Rohrheim zutrifft. Die am Altrhein gelegenen Flurstücke könnten allerdings auch zu den Wetz(bach)-Namen (s. d.) gehören1.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Brühl

Karte 16

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Wetz-Brühl: Am wetzbell (Diedenbergen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/510020_am-wetzbell> (aufgerufen am 04.06.2026)

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