Schind-Grabe: DER, OBER DEM,AM SCHINDGRABEN [dər 'ʃɪn,gravən]
Weitere Belege
- 1787: Ober dem Schin Graben genant [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Watzelhain Nr. 4., pag. 164 - 1790: Ober dem Schinde graben [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Watzelhain Nr. 1., fol. 34' - 1790: ober dem Schöngraben [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Watzelhain Nr. 1., fol. 68'
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Schind
Den Namen liegt das starke Verb schinden, ahd. skinten, skinden, mhd. schinden, schinten ‚enthäuten, schälen‘ bzw. die davon abgeleitete Tätigkeitsbezeichnung Schinder ‚Abdecker‘, mhd. schinder st. M. ‚Rindenschäler, Schlächter; Straßenräuber‘ zu Grunde. Der bei weitem vorherrschende Sachbezug in mittelhess. FlN ist die Abdeckerei, sind besonders die Orte, wo das tote Vieh bearbeitet und die Tierreste und Kadaver vergraben wurden. Ein Bezug zur Tätigkeit des Rindenschälens ist nirgends nachweisbar. Sprachlich weisen viele Schind-Namen Assimilation /nd/ > /n/ auf. - Der FlN Schind(e)gaul bezieht sich auf schwer zu bearbeitende Landstücke, auf denen das Pferd ‚geschunden‘ werden musste. Das namengebende Motiv für Schindbock ist unklar; es sei denn, es handle sich um eine Kürzung von Schindelbock ‚Holzgestell zum Zuschneiden der Schindel‘.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Grabe
Vermutlich zum FamN Grabe.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schind-Grabe: DER, OBER DEM,AM SCHINDGRABEN (Watzelhain)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/499150_der-ober-dem-am-schindgraben> (aufgerufen am 06.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/499150