Schind-Grabe: den schint graben hinauff
Beleg
Standard-Flurname
Schind-Grabe
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1696
Quelle
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 133, Akten Steckenroth Nr. 25.
Weitere Belege
- 1792: am Schindgraben [Acker]
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 133, Akten Steckenroth Nr. 565. - 1792: der sogenannte Schindgraben
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 133, Akten Steckenroth Nr. 564.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Schind
Den Namen liegt das starke Verb schinden, ahd. skinten, skinden, mhd. schinden, schinten ‚enthäuten, schälen‘ bzw. die davon abgeleitete Tätigkeitsbezeichnung Schinder ‚Abdecker‘, mhd. schinder st. M. ‚Rindenschäler, Schlächter; Straßenräuber‘ zu Grunde. Der bei weitem vorherrschende Sachbezug in mittelhess. FlN ist die Abdeckerei, sind besonders die Orte, wo das tote Vieh bearbeitet und die Tierreste und Kadaver vergraben wurden. Ein Bezug zur Tätigkeit des Rindenschälens ist nirgends nachweisbar. Sprachlich weisen viele Schind-Namen Assimilation /nd/ > /n/ auf. - Der FlN Schind(e)gaul bezieht sich auf schwer zu bearbeitende Landstücke, auf denen das Pferd ‚geschunden‘ werden musste. Das namengebende Motiv für Schindbock ist unklar; es sei denn, es handle sich um eine Kürzung von Schindelbock ‚Holzgestell zum Zuschneiden der Schindel‘.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Grabe
Vermutlich zum FamN Grabe.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schind-Grabe: den schint graben hinauff (Steckenroth)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/496761_den-schint-graben-hinauff> (aufgerufen am 15.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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