Löwig-Sang-Flur: vff dem lowiger sanger Flohr

Historischer Beleg aus Niedergladbach  
Gemeinde
Schlangenbad
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Löwig-Sang-Flur

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1699

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 102, Akten Nr. 483.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Flur

Zu ahd. fluor ‚Saat, Saatfeld‘, mhd. vluor st. M. ‚Boden‘. Das Wort steht einerseits für die ganze Gemarkung eines Dorfes oder zumindest für ihre gesamte agrarische Anbaufläche. Häufig bezieht es sich dann aber andererseits auch nur als allgemeiner Begriff auf das einzelne Großfeld der Dorfgemarkung und ist dann mit Feld deckungsgleich. Die Grenzen der Felder in der Felderwirtschaft waren die Flurscheiden, oft als Hecken oder Zäune (Flurzäune) hergerichtet. Flurgräben sind im Gegensatz zu Dorfgräben Bewässerungsgräben außerhalb des Dorfes.

Säng

Als Wort handelt es sich bei Sang, Seng u.ä. um eine Substantivbildung zum Verb sengen, ahd. bisengen, mhd. sengen sw.V. ‚knistern machen, sengen, brennen‘. Die FlN beziehen sich deshalb auf durch Brandrodung gewonnenes bzw. erhaltenes Kulturland. Das Wort ist auch im Hess. nur in FlN erhalten.

Sang

Als BT gehört Sang in FlN zum Verb sengen und ist bei Säng aufgeführt. - Als GT kommt Sang nur in der Verbindung mit Vogel(ge)sang vor und bezieht sich auf das Singen, den (Ge)Sang der Vögel, mhd. sanc st. N. M. ‚Gesang‘; mitunter vielleicht Ergebnis einer Umdeutung (s. Vogel).

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Flur

Zu ahd. fluor ‚Saat, Saatfeld‘, mhd. vluor st. M. ‚Boden‘. Das Wort steht einerseits für die ganze Gemarkung eines Dorfes oder zumindest für ihre gesamte agrarische Anbaufläche. Häufig bezieht es sich dann aber andererseits auch nur als allgemeiner Begriff auf das einzelne Großfeld der Dorfgemarkung und ist dann mit Feld weitgehend deckungsgleich. Das Diminutiv Flürchen kommt nur im vorderen Odenwald mehrfach vor und bezeichnete wohl ein aus der Felder- bzw. Hubenwirtschaft herausgenommenes Ackerfeld. Die Grenzen der Felder in der Felderwirtschaft waren die Flurscheiden, oft als Hecken oder Zäune (Flurzäune) hergerichtet. Flurgräben sind im Gegensatz zu den Dorfgräben Bewässerungsgräben außerhalb des Dorfes.

Löwig

In Asbach liegt die dialektale Form von Lohbach vor (s. d.); der Beleg aus Offenthal ist mangels historischer Belege nicht zu deuten.

Sang

Als Wort handelt es sich bei Sang, Seng u. ä. um eine Substantivbildung zum Verb sengen, ahd. bisengen, mhd. sengen sw. V. ‚knistern machen, sengen, brennen‘. Die FlN beziehen sich deshalb auf durch Brandrodung gewonnenes bzw. erhaltenes Kulturland. Das Wort ist auch im Hessischen nur in FlN erhalten, sodass die Namen vereinzelt an Sänger, häufig an Zange angepasst wurden, wie eine Reihe mündlicher Belege zeigt.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Flur

Karte 6

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Löwig-Sang-Flur: vff dem lowiger sanger Flohr (Niedergladbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/489026_vff-dem-lowiger-sanger-flohr> (aufgerufen am 07.07.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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