Lei-Schütt: im layenschott

Historischer Beleg aus Lorchhausen  
Gemeinde
Lorch
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Lei-Schütt

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1771

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 360, Lorchhausen Nr. 23.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Lei

Es handelt es sich um einen östlichen Randbeleg der im Rheinland sehr häufigen Namen. Sie gehen auf mhd. leie, lei st. F. ‚Fels, Stein‘, ein Wort unklarer, vermutlich galloromanischer Herkunft zurück. Im Nassauischen bezeichnet Lei ‚Fels‘ allgemein (Kehrein), so auch in Ober-Kleen.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Schutt

Zu nhd. Schutt ‚Abfall, Bauschutt‘, auch ‚Steinbruchschutt‘1, sowie südhess. ‚Haufen aus zusammengelesenen Feldsteinen‘. Das Wort ist seit dem 15. Jh. bezeugt und bezeichnet zunächst Aufschüttungen bei Befestigungen, Anschwemmungen und dergleichen.

Schütt

Soweit nicht mit Schutt (s. d.) vermengt, gehören die Namen zu mhd. schüte, schüt st. sw. F. ‚Anschwemmung, angeschwemmtes Erdreich; künstlicher Erdwall; Ort, wo der Schutt abgeladen wird‘. In Biebesheim am Rhein war die Schütt durch den Altbach bedingt. - Unklar ist, ob der Beleg aus Ober-Roden im Sinne von ‚Pferch an einer Schütt(?)‘ oder ‚Pferch, in den der Flurschütz frei laufendes Vieh einsperrte‘ hierher gehört.1

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Lei f.

1

Lei, mhd. leie, lei st.f., *auch leige, asächs. lêia ‚Fels, Stein‘ (Lexer 1, 1866) mit unklarer (Weigand-Hirt 2, 43), wohl galloromanischer Herkunft (Frings 216; Kluge/Mitzka 432), ist hauptsächlich im westdt. Sprachraum verbreitet (DWB 12 [VI], 681; Wallner 44f.; Post 110f.). Während Lei sich im Rheinland hauptsächlich auf Schiefergestein bezieht (Dittmaier 184), bezeichnet das Wort im Nassauischen auch ,Fels‘ überhaupt (KehreinWb 261). Im 19. Jh. ist „Leie fem., gewöhnlich Lêe, auch Lêde gesprochen,... nur in Oberhessen bekannt, selbst hier nicht allgemein üblich“ (Vilmar 244). Belegt sind die Verwendungen von Lei(e) für ,Schiefer‘, ‚Fels‘, besonders für die Schiefertafel des Schülers (HNassWb 2, 104; SHessWb 4, 270 und K. IV 22; Stroh 23).

2

Die dialektalen monophthongischen Varianten sind kaum einzugrenzen wie das von Vilmar angegebene /le:e/‚ da Vermengung mit Loh (K. 123) bestehen kann. Nach Struktur- und Kombinationstyp zu urteilen, läßt sich kein einziger hessischer /le:/- Name o. ä. sicher zu Lei stellen. Vereinzelt scheint allerdings Monophthongierung zu /la:/ vorzukommen. Vermengung mit apokopiertem /lei/ < Leite (K. 86) ist wegen der verschiedenen Verbreitungsgebiete bis auf den Grenzfall „Schmitter Lei“ in 5420c4 Sellnrod VBK auszuschließen. Unberücksichtigt bleiben (mit einer Ausnahme) die wenigen mask./neutr. Namen, die alle außerhalb des Hauptverbreitungsgebietes liegen und eher zu Loh oder Lehen gehören.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 99

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Lei-Schütt: im layenschott (Lorchhausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/486700_im-layenschott> (aufgerufen am 06.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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