Schön-Wasser: untig dem Schönwäßergen

Historischer Beleg aus Königshofen  
Gemeinde
Niedernhausen
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Schön-Wasser

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1789

Quelle

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 133, Akten Königshofen Nr. 19.

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Schön

Die meisten Namen gehen eindeutig auf das Adjektiv schön, ahd. scôni, mhd. schoene, schoen zurück, das in älterer Zeit neben ‚schön‘ auch ‚glänzend, hell‘ bedeutet und damit stets das Aussehen von Objekten charakterisiert.

Wasser

Zu ahd. wazzar, mhd. wazzer st.N. ‚Wasser (als Element), Gewässer, Fluss‘. Benannt werden Gewässer und feuchte Flurstücke, aber auch Einrichtungen zur Regulierung und Gewinnung von Wasser. Hierzu gehört in unserem Verbreitungsgebiet nur das heute nicht mehr gebräuchliche Wasserhaus (mündlicher Beleg aus Röthges), das eine gemauerte Wasserkammer bezeichnet, sowie die Wasserstube. Bei den meisten Komposita handelt es sich um durchsichtige Bildungen wie Wasserloch, -wiese und -graben. Wasserfall (mit wechselndem Genus) kann auf natürliche Wasserfälle, aber auch auf künstlich angelegte Wasserfallen als kleine Staufstufen mit einer beweglichen Schleuse verweisen. Mitunter verbietet das Gelände eine solche Erklärung wie in Großen-Linden (Schulte), so dass hier an Umdeutung (etwa aus *Wasserfang) zu denken ist.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Schön

Die meisten Namen gehen eindeutig auf das Adjektiv schön, ahd. scôni, mhd. schœne, schœn zurück, das in älterer Zeit neben ‚schön‘ auch ‚glänzend, hell‘ bedeutet und damit stets das Aussehen von Objekten charakterisiert. Jedoch hat in einigen Fällen vermutlich eine Umdeutung stattgefunden, mehrfach anscheinend aus Schind- (s. d.), so in Alsbach, anscheinend auch in Hirschhorn, Zellhausen. Auffällig dialektal, aber in dieser Hinsicht korrekt, sind die historischen Belege in Sprendlingen 1532.

Wasser

Zu ahd. wazzar, mhd. waʒʒer st. N. ‚Wasser (als Element), Gewässer, Fluss‘. Benannt werden Gewässer und feuchte Flurstücke, aber auch Einrichtungen zur Regulierung und Gewinnung von Wasser. Hierzu gehören Wasserwerk, -wehr, -turm, -rad oder das heute nicht mehr gebräuchliche Wasserhaus, das eine gemauerte Wasserkammer bezeichnet. Während Wasser als Simplex überhaupt nur ein einziges Mal auftritt (etwas häufiger sind nur die Diminutivbildungen auf -chen und -lein), gliedert sich der Namenbestand insgesamt in eine Fülle von über 40 verschiedenen Komposita mit Wasser- im BT. Am häufigsten erscheinen durchsichtige Bildungen wie Wasserloch, -wiese und -graben. Wassergefäll kann auf natürliche Wasserfälle, aber auch auf künstlich angelegte Wasserfallen als kleine Staustufen mit einer beweglichen Schleuse verweisen.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Schön-Wasser: untig dem Schönwäßergen (Königshofen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/483607_untig-dem-schoenwaessergen> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/483607