Hoch-Lei: HOCHLEY [hochley]

Rezenter Beleg aus Kettenbach  
Gemeinde
Aarbergen
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Hoch-Lei

Belegort

Belegtyp

rezent

Weitere Belege

  • 1779: Hochley [Wald]
    Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 134, Akten Kettenbach Nr. 16.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Hoch

Zu ahd. hôh, mhd. hôch ‚hoch‘. Die FlN beziehen sich entweder auf hoch gelegene Flurstücke (Hochfeld) oder auf natürliche und künstliche Gegebenheiten in der Flur, die durch ihre Größe die Umgebung überragen (hoher Berg, hohe Eiche). - Hochholz geht zurück auf mhd. hôchholz st. N. ‚Hochwald‘ und bezieht sich auf einen Wald, der aus hochstämmigen Laub- oder Nadelbäumen besteht (im Gegensatz zum Busch- oder Niederwald). Hohe Steine verweisen entweder auf hoch auftragende (Grenz-) Steine oder auf prähistorische Monolithe. Hohe Straßen sind in der Regel alte Fernwege. Hochgericht benennt eine Hinrichtungsstätte. - Durch Teilassimilation entsteht mitunter Hom als BT, aus *an deme hôhen berge u. ä.; auch der Hombrich in Wißmar gehört dazu, wobei sich im GT die mündliche Aussprache /b(e)rich/ ‚Berg‘ spiegelt. Humland in Frankenbach wird auf *am hôhen lant zurückgehen. Einzig der Hombiegel, ein ‚Bühl‘ (s. d.) in Hausen, scheint im BT nicht auf hoch sondern auf Hund (s. d.) zurückzugehen und damit evtl. auf einen Gerichtshügel zu verweisen.

Lei

Es handelt es sich um einen östlichen Randbeleg der im Rheinland sehr häufigen Namen. Sie gehen auf mhd. leie, lei st. F. ‚Fels, Stein‘, ein Wort unklarer, vermutlich galloromanischer Herkunft zurück. Im Nassauischen bezeichnet Lei ‚Fels‘ allgemein (Kehrein), so auch in Ober-Kleen.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Hoch

Zu ahd. hôh, mhd. hôch ‚hoch‘. Die FlN beziehen sich entweder auf hoch gelegene Flurstücke (hohe Gewann, hohes Rod ) oder auf natürliche und künstliche Gegebenheiten in der Flur, die durch ihre Größe die Umgebung überragen (hoher Berg, hohe Eiche, hohe Brücke). Hochholz geht zurück auf mhd. hôchholz st. N. ‚Hochwald‘ und bezieht sich auf einen Wald, der aus hochstämmigen Laub- oder Nadelbäumen besteht (im Gegensatz zum Busch- oder Niederwald). Hohe Steine verweisen entweder auf hoch aufragende (Grenz-) Steine oder auf prähistorische Monolithe. Die historischen Belege aus Bürstadt enthalten entweder den ON Hochspeyer (Rheinland/Pfalz) oder einen PN Hochbayer. Hohenstein (Reichenbach) ist HofN und geht auf eine wüst gefallene Siedlung zurück.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Lei f.

1

Lei, mhd. leie, lei st.f., *auch leige, asächs. lêia ‚Fels, Stein‘ (Lexer 1, 1866) mit unklarer (Weigand-Hirt 2, 43), wohl galloromanischer Herkunft (Frings 216; Kluge/Mitzka 432), ist hauptsächlich im westdt. Sprachraum verbreitet (DWB 12 [VI], 681; Wallner 44f.; Post 110f.). Während Lei sich im Rheinland hauptsächlich auf Schiefergestein bezieht (Dittmaier 184), bezeichnet das Wort im Nassauischen auch ,Fels‘ überhaupt (KehreinWb 261). Im 19. Jh. ist „Leie fem., gewöhnlich Lêe, auch Lêde gesprochen,... nur in Oberhessen bekannt, selbst hier nicht allgemein üblich“ (Vilmar 244). Belegt sind die Verwendungen von Lei(e) für ,Schiefer‘, ‚Fels‘, besonders für die Schiefertafel des Schülers (HNassWb 2, 104; SHessWb 4, 270 und K. IV 22; Stroh 23).

2

Die dialektalen monophthongischen Varianten sind kaum einzugrenzen wie das von Vilmar angegebene /le:e/‚ da Vermengung mit Loh (K. 123) bestehen kann. Nach Struktur- und Kombinationstyp zu urteilen, läßt sich kein einziger hessischer /le:/- Name o. ä. sicher zu Lei stellen. Vereinzelt scheint allerdings Monophthongierung zu /la:/ vorzukommen. Vermengung mit apokopiertem /lei/ < Leite (K. 86) ist wegen der verschiedenen Verbreitungsgebiete bis auf den Grenzfall „Schmitter Lei“ in 5420c4 Sellnrod VBK auszuschließen. Unberücksichtigt bleiben (mit einer Ausnahme) die wenigen mask./neutr. Namen, die alle außerhalb des Hauptverbreitungsgebietes liegen und eher zu Loh oder Lehen gehören.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 99

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Hoch-Lei: HOCHLEY (Kettenbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/482255_hochley> (aufgerufen am 05.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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