Heilige-Geist-Hof: geforcht vnden zu in helgen geist hoff
Beleg
Standard-Flurname
Heilige-Geist-Hof
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1589
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 68/3.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch
Geist
Gut, das einem Heilig-Geist-Altar oder einer entsprechenden religiösen Einrichtung zugehörte. Zu ahd. geist ‚Geist, Hauch, Seele, Herz‘, mhd. geist st. M. ‚Geist, überirdisches Wesen, heiliger Geist‘.
Heilige
Substantivbildung zum Adjektiv heilig (s. d.).
Hof
Zu ahd. mhd. hof st. M. ‚Hof, Gehöft, (allein gelegenes) Bauerngut‘ sowie zu ahd. hovestat ‚Wohnstätte‘, mhd. hovestat, hofstat st. F. ‚Hofstatt; Grundstück, auf dem ein Hof steht, stand oder errichtet werden kann‘ und mhd. hovereite sw. F., nhd. Hofreite ‚Hofraum; freier Raum um ein landwirtschaftliches Gebäude; bäuerliches Anwesen mit Haus, Hof und Wirtschaftsgebäuden‘. - Die dialektal allein geltende Form /ho:b/ findet sich in den historischen Belegen erstaunlich selten, hier hauptsächlich unter den spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Vorkommen.
Südhessisches Flurnamenbuch
Geist
In Ober-Laudenbach jenseits der Gemarkung liegender, völlig von Wald umschlossener Acker. Vielleicht zu ahd. geist ‚Geist, Hauch, Seele, Herz‘, mhd. geist st. M. ‚Geist, überirdisches Wesen, heiliger Geist, böser Geist‘. Namengebend können dann mythologische oder christliche Vorstellungen gewesen sein. Vielleicht aber auch nur als Nebenform zu Geiß mit unorganischem -t.
Hof
Zu ahd. mhd. hof st. M. ‚Hof, Gehöft, (allein gelegenes) Bauerngut‘ sowie zu ahd. hovestat ‚Wohnstätte‘, mhd. hovestat, hofstat st. F. ‚Hofstatt; Grundstück, auf dem ein Hof steht, stand oder errichtet werden kann‘ und mhd. hovereite sw. F., nhd. Hofreite ‚Hofraum; freier Raum um ein landwirtschaftliches Gebäude; bäuerliches Anwesen mit Haus, Hof und Wirtschaftsgebäuden‘. Die in einigen historischen Belegen (z. B. Dornheim, Ginsheim-Gustavsburg) dokumentierte Ersetzung des wurzelschließenden Reibelauts /f/ durch den Verschlusslaut /b/ zeigt sich auch noch in einigen rezenten Diminutivformen (Eulsbach: Hebchen, Schannenbach: Hebche) und mündlich (Hausen). Einer der FlN aus Götzenhain bezieht sich auf die Wiese eines Hofverwalters.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Heilige-Geist-Hof: geforcht vnden zu in helgen geist hoff (Niedernhausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/432667_geforcht-vnden-zu-in-helgen-geist-hoff> (aufgerufen am 29.11.2025)
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