Lange-Weede: Lange-Weede [lange wedden]
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Länge
Zu ahd. langî, lengî, mhd. lenge st. sw. F., frühnhd. leng ‚Länge‘, einer Substantivbildung zu lang. Der FlN weist auf die langgestreckte Form eines Flurstückes hin. Mitunter hat Umdeutung aus -land - bedingt durch die Gutturalisierung /-nd/ > /ng/- stattgefunden, so in Langgöns.
Lange
Substantivbildung zum Adjektiv lang (s.d.).
Weede
Zu (spät-)mhd. wete st. sw. F., frühnhd. weed, wetti ‚Tränkung des Viehs; Viehtränke‘, wohl einer Ableitung zum Verb mhd. weten sw. V. ‚gehen, (Vieh-)treiben‘. Die FlN beziehen sich auf Viehtränken und meist künstlich angelegte Dorfteiche, die auch als Brandweiher dienten.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Weede
Zu (spät-)mhd. wete st. sw. F., fnhd. weed, wetti ‚Tränkung des Viehs; Viehtränke‘, wohl einer Ableitung zum Verb mhd. weten sw. V. ‚gehen, (Vieh-)treiben‘. Die FlN beziehen sich auf Viehtränken und meist künstlich angelegte Dorfteiche.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Weede f. / Schwemme f.
- 1A
Die Weede, Substantivierung zu mhd. weten, wetten sw.v. ‚waten, gehen durch‘ (Lexer 3, 805), setzt ahd. *watî f. voraus (DWB 27 [XIII], 2814; vgl. Weigand/Hirt 2, 1221), das sich auf die Tränkung des Viehs und dann auf die Tränke selbst bezieht. Weeden sind meist eingefaßte Teiche in Ortsnähe. Die FlN beziehen sich auf diese Einrichtung (Dittmaier 332).
Das Wort ist im wesentlichen auf das Fränkische und Schwäbisch-Alemannische beschränkt (DWB ebd.); es ist nicht hochsprachlich geworden.
In Hessen ist es in Südhessen, vor allem aber in West- und Mittelhessen verbreitet und hier bereits von E. Alberus (ein weed ,aquae receptaculum‘) genannt (KehreinWb 439; Crecelius 909; v. Pfister 331f.; FrankfWb 3505f.).
- 1B
Die Schwemme gehört als Substantivierung zu schwemmen, einem Kausativum zu schwimmen, und bezeichnet wie Weede ‚Handlung und Ort des Schwemmens‘ (Kluge/Mitzka 692f.; Weigand/Hirt 2, 821), mhd. swemme, swem st.f. ,Schwemme‘ (Lexer 2, 1358). In FlN bezieht sich Schwemme auf die gleiche Einrichtung wie die Weede, besonders als ,Pferdeschwemme‘ (Dittmaier 284).
Obwohl das Wort ebenfalls bei E. Alberus auftritt (schwemm; DWB 15 [IX], 2511), scheint es in Hessen nicht besonders gebräuchlich gewesen zu sein: Die älteren Wörterbücher verzeichnen es nicht, auch nicht das HNassWb; nur schwemmen ist für Waldeck belegt (HNassWb 3, 528; WaldWb 102, 170).
- 2A
1. Abgrenzungsschwierigkeiten gegen Weide treten im Einzelfall da auf, wo mhd. /ei/ > dial. /e:/ geworden ist (Wiesinger K. 15).
2. Die wenigen nordhessischen Belege sind unsicher, weil sie auch auf dort geltendes Wêde, Waede, Wêt f. ‚Haufen, Menge‘ (Vilmar 443) zurückgehen können.
- 2B
Keine Identifizierungsschwierigkeiten, sofern nicht in (ausgeklammerten) Einzelfällen Assimilation aus Schwand ‚durch Waldrodung gewonnenes Land‘ (Dittmaier 283) vorliegt.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 113
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Lange-Weede: Lange-Weede (Hetzerode)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/424373_lange-weede> (aufgerufen am 03.11.2026)
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