Dieb-Grube: in der diebgruben

Historischer Beleg aus Eltmannshausen  
Gemeinde
Eschwege
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Dieb-Grube

Belegort

Belegtyp

historisch

Quelle

Staatsarchiv Marburg, Steuerkataster, 1748

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Dieb

Dieb geht auf ahd. thiob, mhd. diep st. M. ‚Dieb, Räuber‘ zurück und bezieht sich in FlN auf Wege, auf denen Diebe zur Hinrichtung geführt wurden oder auf die Richtstätte selbst (Diebbaum) bzw. das Gefängnis (Diebsturm). Im Diebstock wurden Delinquenten öffentlich ausgestellt. Manche Dieb-Namen sind aber wohl umgedeutet aus ahd. thiot, diota, mhd.diet st. F.N.M. ‚Volk, Leute‘, so vor allem die Dietwege. - Zu Diebsleiche s. Schleiche.

Grube

Zu ahd. gruoba ‚Grube, Abgrund, Delle, Vertiefung‘, mhd. gruobe st. sw. F. ‚Grube, Steinbruch, Loch, Höhle‘. In den FlN kann das Wort für eine künstlich angelegte Bodenvertiefung wie etwa einen Steinbruch, eine Fanggrube und möglicherweise auch für Gräben an der Gemarkungsgrenze, aber ebenso auch für einen naturgegebenen Geländeeinschnitt verwendet werden.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Dieb

Dieb geht auf ahd. thiob, mhd. diep st. M. ‚Dieb, Räuber‘ zurück und bezieht sich auf Wege, auf denen Diebe zur Hinrichtung geführt wurden oder auf die Richtstätte selbst (Diebbaum). Manche Dieb-Namen sind aber wohl umgedeutet aus ahd. thiot, diota, mhd. diet st. F. N. M. ‚Volk, Leute‘, so vor allem die Dietwege (s. d.). Die Belegreihe in Seligenstadt zeigt das Nebeneinander beider Formen. Sicher auch ursprünglich zu den Dieb-Namen gehört der Diebsturm, ein Gefängnis in Heppenheim1.

Grube

Zu ahd. gruoba ‚Grube, Abgrund, Delle, Vertiefung‘, mhd. gruobe st. sw. F. ‚Grube, Steinbruch, Loch, Höhle‘. Als Pluralform erscheint gelegentlich statt Gruben umgelautetes Grübe und Griebe, das dann auch als Singular auftritt. In den FlN kann das Wort für eine künstlich angelegte Bodenvertiefung wie etwa einen Steinbruch, eine Fanggrube und möglicherweise auch für Gräben an der Gemarkungsgrenze, aber ebenso auch für einen naturgegebenen Geländeeinschnitt verwendet werden. Der grube Nußbaum aus Klein-Umstadt kann auch auf grob zurückgehen (mit Hebung /oː/ > /uː/).

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Dieb-Grube: in der diebgruben (Eltmannshausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/417557_in-der-diebgruben> (aufgerufen am 06.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/417557