Weiher-Gasse: Jn der Weyhersgaßen
Beleg
Standard-Flurname
Weiher-Gasse
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1711
Quelle
Staatsarchiv Marburg, 86. Hanauer Nachträge, Nr. S 716.
Weitere Belege
- DIE UNTERE WEIHERSGASSE
- 1548: Jn der obern weyers gassen [Garten]
Staatsarchiv Marburg, 85. Hanauer Kammer, XIX, Nr. 14., fol. 192 - 1548: Jn der weiers gass: [Garten]
Staatsarchiv Marburg, 85. Hanauer Kammer, XIX, Nr. 14., fol. 28' - 1548: in der weiers gass: geleg:
Staatsarchiv Marburg, 85. Hanauer Kammer, XIX, Nr. 14., fol. 124' - 1548: in der weiers gassen [Wiese]
Staatsarchiv Marburg, 85. Hanauer Kammer, XIX, Nr. 14., fol. 63 - 1584: Inn der Weyhersgassen [Gewässer]
Staatsarchiv Marburg, O II d, Hanauer Urkunden, Hospitäler, Welsbergische Pflege. - 1614: in der vndern weyerß gaßen [Garten]
Staatsarchiv Marburg, 86. Hanauer Nachträge, Nr. S 716., fol. 4 - 1681: Jn der weyersgaßen [Garten]
Staatsarchiv Marburg, 86. Hanauer Nachträge, Nr. S 716., fol. 18 - 1777: In der Mittelsten Weyersgasse
Staatsarchiv Marburg, Karten, A II, Nr. 1648., pag. 12
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Gasse
Zu ahd. gazza, mhd. gazze sw. F. ‚Gasse‘ bzw. den Diminutiven Gässchen, Gässches, Gässi. Die FlN beziehen sich, soweit es sich nicht um Dorfgassen handelt, meist auf die schmalen Wege, die zwischen Hecken und Zäunen hindurchführten. Auch Pfade, auf denen das Vieh zur Weide geführt wurde, konnten als Gasse bezeichnet werden. - Vermengung mit dem Bei- und FamN Gasse ist im Einzelfall nicht auszuschließen, aber nicht sicher nachweisbar.
Weiher
Zu ahd. wîwâri, mhd. wîwære, wîver, wîher, wîære, wîer st. M. ‚Weiher‘, einer Entlehnung aus lat. vivarium ‚Käfig, Tiergarten, Fischbehälter, Fischteich‘. Im dt. Sprachraum verengt sich die Bedeutung zu ‚Fischteich, Teich‘. Die zahlreichen FlN-Belege zeugen für die starke Verbreitung des Worts im Untersuchungsraum. Wie das Appellativ beziehen sich die Namen meist auf natürliche oder auf künstlich angelegte Fischteiche, deren Zu- und Abfluss durch Wehranlagen zu regulieren ist. Schwieriger zu deuten sind Belege mit inlautendem /m/ wie Weimar, Weimer(t) oder Weimel. Der Nasal kann aus Nebenformen wie ahd. wînwer entstanden sein, so dass von einer Teilassimilation /n/ > /m/ auszugehen wäre.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Weiher
Zu ahd. wîwâri, mhd. wîwære, wîver, wîher, wîære, wîer st. M. ‚Weiher‘, einer Entlehnung aus lat. v²v±rium ‚Käfig, Tiergarten, Fischbehälter, Fischteich‘. Im dt. Sprachraum verengt sich die Bedeutung zu ‚Fischteich, Teich‘. Die zahlreichen FlN-Belege zeugen für die starke Verbreitung des Worts im Untersuchungsraum. Wie das Appellativ beziehen sich die Namen meist auf natürliche oder auf künstlich angelegte Fischteiche, deren Zu- und Abfluss durch Wehranlagen zu regulieren ist. Auf diese Anlagen verweisen auch die Namen Weiherhaus bzw. Weiberhaus. Sie gehen zurück auf mhd. wîwerhûs ‚ein dem Fischfang dienendes Haus‘. Die häufige nbb-Schreibung SWeiberW ist zunächst durch Hyperkorrektur des ursprünglichen und dialektalen [v] entstanden. Das Bedürfnis, den Hiatus wî-er mit einem Konsonanten zu füllen, zeigen die älteren Belege mit rhh- und mit -gg-Schreibung. Schwieriger zu deuten sind Belege mit inlautendem /m/ wie Weimar, Weimer(t) oder Weimel. Der Nasal kann aus Nebenformen wie ahd. wînwer entstanden sein, sodass von einer Teilassimilation /n/ > /m/ auszugehen wäre. Manche dieser Varianten können auch, wie wohl im Falle von Weibert, auf einen FamN Weimer(t) u. ä. bezogen werden.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Weiher
Karte 112
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Weiher-Gasse: Jn der Weyhersgaßen (Steinau an der Straße)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/4093_jn-der-weyhersgassen> (aufgerufen am 13.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/4093