Siech-Wiese: die Siechwieße genant

Historischer Beleg aus Steinau an der Straße  
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Siech-Wiese

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1715

Quelle

Staatsarchiv Marburg, Karten, A II, Nr. 1668.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Siech

In der Zusammensetzung mit -haus gleichbedeutend mit Gutleuthaus bezeichnet Siechhaus, ahd. siohhûs, mhd. siechhûs, siechûs st. N. einen Aufenthaltsort für Aussätzige. Die Häuser lagen wegen der Ansteckungsgefahr meist außerhalb der Siedlungen. Auch das Siechloch und der Sichbach (s.d.) in Gießen gehen als Klammerformen auf *Siech(haus)loch/-bach zurück, so dass hier das vor dem Selterstor gelegene Siechhaus namengebend war. - Wo ein Zusammenhang mit Siechhaus ausscheidet, gehen die BTe auf eine Nebenform zu ahd. sîhan, mhd. sîhen ‚tröpfelnd durch etwas sickern, fließen‘ (s.u. Seie) zurück.

Wiese

Zu ahd. wisa, mhd. wise sw. st. F. ‚Wiese‘. In FlN zeigt sich die allgemeine Bedeutung ‚zu mähende (kultivierte) Grünfläche‘.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Wiese

Zu ahd. wisa, mhd. wise sw. st. F. ‚Wiese‘. In FlN zeigt sich die allgemeine Bedeutung ‚zu mähende (kultivierte) Grünlandfläche‘. Neben das Simplex und die zahlreichen Komposita treten die Diminutivformen Wieschen, Wießgen und Wiesel. Die zusammengehörigen Belege aus Auerbach und Bensheim zeigen einen zersprochenen Namen, dessen Zugehörigkeit zu Wiese im BT unsicher ist. Den ältesten Belegen aus Rüsselsheim liegt ein FamN Wiese zu Grunde.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Siech-Wiese: die Siechwieße genant (Steinau an der Straße)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/3916_die-siechwiesse-genant> (aufgerufen am 27.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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