Leger: HINTERM LEGER [hingerm laeger]

Rezenter Beleg aus Helmscheid  
Gemeinde
Korbach
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Leger

Belegort

Belegtyp

rezent

Deutungen

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Lager, Leger n.

1

Nhd. Lager geht auf ahd. legar, Ieger, Iegir st.n. ‚Lager, das Liegen‘ (Schützeichel 108), mhd. lëger st.n. (Lexer 1, 1858) zurück. Die bis ins 16. Jh. übliche Form leger wird, wohl hauptsächlich unter dem Einfluß der Sprache Luthers, durch die im Ostmitteldt. seit dem E. 14. Jhs. belegte Form lager ersetzt, die seit dem 18. Jh. standardsprachlich allein gilt (DWB 12 [VI], 63; Weigand/Hirt 2, 7f.; Kluge/Mitzka 419).

Auch in den hessischen Dialekten ist heute allgemein lager verbreitet; leger hat sich in einigen Sonderbedeutungen wie ‚Stelle im Acker, wo sich das Getreide gelegt hat‘, ‚Knüppel, die eine Holzpritsche im Schweinestall bilden‘, ‚das nächtliche Schaflager auf dem Acker‘ erhalten (SHessWb 4, 91f.; HNassWb 2, ll; WaldWb 65).

In FlN bezieht sich Lager, Leger meist auf eine „Lagerstelle für Mensch und Tier; oft ein mit dichten Bäumen besetzter Platz in der Gemeindeweide, wo bei großer Mittagshitze die Viehherde lagert“ (Dittmaier 176; vgl. Buck 152; Bach 2 § 368).

2

Die Eingrenzung der Namen ist schwierig:

l. Viele, aber durchaus nicht alle Lager-‚ Leger-Namen beziehen sich auf Lagerplätze für Vieh. Nur diese sollen aber herausgefiltert werden, um den einheitlichen Sachbezug zu gewährleisten. Es entfielen deshalb alle Kombinationstypen, die auf ein historisches (Menschen-)Lager im weitesten Sinne verweisen (z. B. „Römerlager“ in 5916c6 Hofheim am Taunus MTK, „Husarenlager“ in 5416c1 Oberbiel LDK, „Gefangenenlager“ in 6117d1 Griesheim DAD). Da auch die meisten Namen mit Lager als BT in dieser Hinsicht unsicher sind, bzw. eindeutig nicht hierher gehören (z. B. „Lagerhaus“ in 6317d1 Lorsch BGS), blieb dieser Strukturtyp unberücksichtigt, obwohl der eine oder andere Name sicher dazu gehört (z.B. „Lagerborn“ in 5523b1 Mittelkalbach FUL). Von den verbleibenden Namen mit Lager als GT sind weitaus die meisten sicher. Bei Lager, Leger als Simplex ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß sie sich auf einen Viehrastplatz beziehen. Es gibt allerdings Ausnahmen (vgl. für 63l7d1 Lorsch BGS: Fecher = HFB 21, 130; für 6017b2 Arheilgen DAS: Frey = HFB 17, 29; vgl. KehreinNb 489). Deshalb wurden nur alle Simplex- und alle sicheren GT-Belege aufgenommen.

2. Phonologisch bereiten die aus Leger kontrahierten /le(:)r/-Dialektvarianten Schwierigkeiten. Sie konkurrieren vor allem in Mittel- und Nordhessen mit einem FlN Leer, Lier (auch Löhr, Lühr) fem. mit bislang unklarer Bedeutung (vgl. Dittmaier 183; Vilmar 249f.; Wiswe 168), der keine auf Tiere bezogenen Kombinationstypen aufweist. Es wurden deshalb nur solche kontrahierten Formen aufgenommen, die durch Genus (m. oder n.) und Kombinationstyp als sicher angenommen werden können.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 42

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Leger: HINTERM LEGER (Helmscheid)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/388791_hinterm-leger> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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