Präsenz-Hof: Präsenz-Hof

Historischer Beleg aus Harpertshausen  
Gemeinde
Babenhausen
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Präsenz-Hof

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1730

Quelle

Staatsarchiv Darmstadt, C 4, Babenhausen 50.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Hof

Zu ahd. mhd. hof st. M. ‚Hof, Gehöft, (allein gelegenes) Bauerngut‘ sowie zu ahd. hovestat ‚Wohnstätte‘, mhd. hovestat, hofstat st. F. ‚Hofstatt; Grundstück, auf dem ein Hof steht, stand oder errichtet werden kann‘ und mhd. hovereite sw. F., nhd. Hofreite ‚Hofraum; freier Raum um ein landwirtschaftliches Gebäude; bäuerliches Anwesen mit Haus, Hof und Wirtschaftsgebäuden‘. - Die dialektal allein geltende Form /ho:b/ findet sich in den historischen Belegen erstaunlich selten, hier hauptsächlich unter den spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Vorkommen.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Hof

Zu ahd. mhd. hof st. M. ‚Hof, Gehöft, (allein gelegenes) Bauerngut‘ sowie zu ahd. hovestat ‚Wohnstätte‘, mhd. hovestat, hofstat st. F. ‚Hofstatt; Grundstück, auf dem ein Hof steht, stand oder errichtet werden kann‘ und mhd. hovereite sw. F., nhd. Hofreite ‚Hofraum; freier Raum um ein landwirtschaftliches Gebäude; bäuerliches Anwesen mit Haus, Hof und Wirtschaftsgebäuden‘. Die in einigen historischen Belegen (z. B. Dornheim, Ginsheim-Gustavsburg) dokumentierte Ersetzung des wurzelschließenden Reibelauts /f/ durch den Verschlusslaut /b/ zeigt sich auch noch in einigen rezenten Diminutivformen (Eulsbach: Hebchen, Schannenbach: Hebche) und mündlich (Hausen). Einer der FlN aus Götzenhain bezieht sich auf die Wiese eines Hofverwalters.

Präsenz

Zu mhd. prêsenz, prêsenzie sw. F. ‚Geld für die Anwesenheit‘, fnhd. presenz ‚Bezahlung für Anwesenheit und Assistenz bei einer geistlichen Handlung, besonders bei einer Messe, geistliche Bruderschaft mit Pfründgenuss‘, einer Entlehnung aus mittellat. praesentia ‚Vergütung für Anwesenheit und Assistenz der Chorherren bei Gottesdiensten‘. Die Grundstücke gehörten zu einer Präsenz, einem kirchlichen Vermögensfond. Die Beträge, die den Chorherren aus der Präsenzkasse gezahlt wurden, waren die Pachtgelder, die die Bauern für die kirchlichen Grundstücke einer Präsenz zu zahlen hatten1. Der Präsenzhof war ursprünglich das Verwaltungsgebäude des Präsenzfonds.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Präsenz-Hof: Präsenz-Hof (Harpertshausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/378151_praesenz-hof> (aufgerufen am 05.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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