Joch-Heim: JOCHHEIM

Rezenter Beleg aus Adorf  
Gemeinde
Diemelsee
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Joch-Heim

Belegort

Belegtyp

rezent

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Joch

Die Sachbedeutung ist die gleiche wie bei Jaucht (s.d.), sprachlich aber an ahd. joh, mhd. jiuch st. N. F. Joch angelehnt, für das ebenfalls die Bedeutung Ackermaß bezeugt ist. In den Belegen zeigt sich vielfach Verschlusslautbildung /j/ > /g/ und weiter > /k/.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Heim

Meist zum PN Heim; teilweise sind die FlN auch aus Hain (s. d.) (durch Assimilation: *Hainbüschel Heimbüschel ) entstanden.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Joch f., Jochert f.

1

Joch, ahd. ioh, iuh, giuh n. (Graff 1, 591), mhd. jiuch st.n.f. (Lexer 1, 1481), und Jochert, ahd. iuchart (Graff 1, 592), mhd. jiuchart, jûchart st.n.f. (Lexer 1, 1481) bezeichnen ein altes Ackermaß, das einem Morgen (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 52) entspricht, „eigentlich die Fläche, die mit einem Joch Ochsen an einem Tage gepflügt werden kann“ (Dittmaier 121). Während Joch, urverwandt mit lat. iugum (Kluge/Mitzka 333), neben dem ,Ochsenjoch‘ auch ‚Bergjoch‘ u. ä. bedeuten kann und deshalb in FlN nicht immer eindeutig als Flächenmaß zu identifizieren ist, ist Jochert, urverwandt mit lat. iugerum, möglicherweise als Lehnwort aus dem Lat. übernommen, aber mit Bezug auf Joch umgedeutet (Kluge/Mitzka 334; DWB 10 [IV‚ II], 2269).

Als Ackermaß sind die Bezeichnungen Joch und Jochert heute in Hessen unbekannt (SHessWb 3, 963f.). KehreinWb 211 nennt Juchart n. „veraltet“.

Beide Wörter sind in FlN sprachlich sehr verschieden ausgeformt. Von den Joch-Namen mit (unsicherem) Joch, Juch und Jurch ist vor allem die auf *mhd. /ü:/ zurückgehende Variante mit den Formen Jeuch und Geuch u. ä. vertreten, wobei bei Jeucht, Jocht nicht klar ist, ob das /-t/ unorganisch angehängt oder Rest eines gekürzten Jochert-Namens ist. Neben Jochert kommt häufiger Gochert, auch Gogert vor, wie überhaupt der Wechsel zwischen Reibelaut /j/ und Verschlußlaut /g/ für den mündlichen Gebrauch beider Namen charakteristisch ist. Diese Unsicherheit ist jedoch nach Ausweis der Wörterbuchbelege alt.

2

Vor allem die Joch-Namen bereiten Eingrenzungsschwierigkeiten, soweit das Ackermaß als namengebendes Motiv herausgearbeitet werden soll. Ausgeschieden wurde der Typ Juchhe u. ä. (< * Joch-höhe) sowie Jochhecke ‚ein Joch von kurzem Holze, das den Schweinen umgehangen wird‘ (DWB 10 [IV‚ II], 2332) und Joch(e)graben. Aufgenommen sind die südhessischen krumme Joch-Namen in 6118c1 Roßdorf DAD, 6317c1 Unter-Hambach BGS, 6318a7 Kirschhausen BGS, obwohl sie sich ebensogut auf die Gelände- oder Grundstücksform beziehen können. Bei Geuch kann Vermengung mit Gauch ‚Kuckuck‘ vorkommen.

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 53

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Joch-Heim: JOCHHEIM (Adorf)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/372575_jochheim> (aufgerufen am 02.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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