Löwe-Mühle: by der Lowemulen gelegen

Historischer Beleg aus Steinau an der Straße  
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Löwe-Mühle

Belegort

Belegtyp

historisch

Belegzeit

1380

Quelle

Reimer, Heinrich: Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehem. Provinz Hanau. Bd. 4. 1376-1400. Leipzig 1897.

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Löwe

Manchmal zum FamN Löwe, Löw. Nicht auszuschließen ist die Zugehörigkeit zu ahd. lêo st. M. ‚Grabhügel‘ (Plur. lêwir), mhd. st. M. ‚Hügel‘: Ursprünglich auf (meist künstliche?) Erhöhungen im Gelände verweisend, wurden diese Namen später umdeutend mehrfach auf das Raubtier bezogen.

Mühle

Zu ahd. mulî, mulin ‚(mit Wasserkraft betrieben) Mühle, Mühlstein‘, mhd. mül, müle st. sw. F. ‚Mühle‘, einer Entlehnung aus gleichbedeutend lat. molina. Die mündlichen Formen haben oft die Form /me(:)n/, wobei das /n/ entweder aus der Flexion stammt: *an der müh(le)n oder durch /n/-/l/-Dissimilation entstanden ist. Namengebend waren meist Wassermühlen sowie die zu ihrem Betrieb notwendigen technischen Anlagen wie etwa Wassergräben und Stauwehre. Auf den Mühlwegen wurden Getreide und das gemahlene Mehl transportiert. Nur in einem Beleg steckt erkennbar ein FamN: Mühlhansenroth in Langd gehört zum PN Hans Mühl als ÜberN ‚der an/von der Mühle‘.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Löwe

Manchmal zum FamN Lewe, Löwe, Löw, vereinzelt auch zum Namen eines Gasthauses, dessen Wirt der Besitzer des so benannten Grundstücks war (Finkenbach, Rai-Breitenbach); in Seligenstadt ist der Name umgedeutet aus mhd. lôwer ‚Gerber‘. Sonst zu ahd. lêo st. M. ‚Grabhügel‘ (Plur. lêwir) und lêwâri st. M. ‚Aufschüttung, Aufhäufung, Erhöhung‘, mhd. st. M. und lêwer st. M. ‚Hügel‘: Ursprünglich auf (meist künstliche?) Erhöhungen im Gelände verweisend, wurden diese Namen später umdeutend mehrfach auf das Raubtier bezogen. Als unmittelbare Benennungsursache käme das Tier allenfalls in Michelstadt in Frage, falls es sich beim Namen Löwenkopf um einen FormN und nicht um einen zu Grunde liegenden FamN handelt; dann zu ahd. leo, lewo, mhd. lewe, lebe, löuwe sw. M. ‚Löwe‘.

Mühle

Zu ahd. mulî, mulin ‚(mit Wasserkraft betriebene) Mühle, Mühlstein‘, mhd. mül, müle st. sw. F. ‚Mühle‘, einer Entlehnung aus gleichbedeutend lat. molīna. Namengebend waren Wassermühlen sowie die zu ihrem Betrieb notwendigen technischen Anlagen wie etwa Wassergräben (Mühlgräben) und Stauwehre (Mühlwehr). Mühlwehr steckt möglicherweise auch in Müllwert (Biebesheim am Rhein). Millert, Müllert sind vermutlich wie Bangert aus Baum-garten Zusammenrückungen aus Mühl-garten. Auf den Mühlwegen wurden Getreide und das gemahlene Mehl transportiert. Müllenrad (in Nieder-Roden) gehört nicht zu Mühlrad, sondern ist zu den -rod-Namen mit PN als BT zu stellen. Unklar ist der GT des Belegs aus Winterkasten.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Löwe-Mühle: by der Lowemulen gelegen (Steinau an der Straße)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/3629_by-der-lowemulen-gelegen> (aufgerufen am 27.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/3629