Kuckuck-Wiese: Kuckuck-Wiese

Rezenter Beleg aus Steina  
Gemeinde
Willingshausen
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Beleg

Standard-Flurname

Kuckuck-Wiese

Belegort

Belegtyp

rezent

Weitere Belege

Deutungen

Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Kuckuck

Zu mhd. kukuk st. M. mit vielen Varianten.

Wiese

Zu ahd. wisa, mhd. wise sw. st. F. ‚Wiese‘. In FlN zeigt sich die allgemeine Bedeutung ‚zu mähende (kultivierte) Grünfläche‘.

Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)

Wiese

Zu ahd. wisa, mhd. wise sw. st. F. ‚Wiese‘. In FlN zeigt sich die allgemeine Bedeutung ‚zu mähende (kultivierte) Grünlandfläche‘. Neben das Simplex und die zahlreichen Komposita treten die Diminutivformen Wieschen, Wießgen und Wiesel. Die zusammengehörigen Belege aus Auerbach und Bensheim zeigen einen zersprochenen Namen, dessen Zugehörigkeit zu Wiese im BT unsicher ist. Den ältesten Belegen aus Rüsselsheim liegt ein FamN Wiese zu Grunde.

Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)

Kuckuck m.

1

Kuckuck, mhd. kukuk st.m. (Lexer 1, 1765), mnd. kuckuk (kukuk) m. (Lasch/Borchling 2, 698) als Bezeichnung des Vogels entstand zuerst im mittel- und niederdt. Sprachraum und ersetzte älteres gemeindt. Gauch, ahd. gouh st.m. (Schützeichel 70), mhd. gouch st.m. (Lexer 1, 1057), konnte sich aber im Oberdt. nur begrenzt durchsetzen (DWB 11 [V], 2520ff.; DWB 4 [IV, I, 1], 1524ff.; Kluge/ Mitzka 410). In FlN bezieht sich Kuckuck in der Regel auf Aufenthaltsorte des Tieres (Dittmaier 170). Von den älteren hessischen Wörterbüchern erwähnt nur KehreinWb 177 den Kuckuck. Das Wort ist heute in Hessen allgemein verbreitet (SHessWb 4, 9f.; WaldWb 63).

Das ältere Synonym Gauch ist bisher nur in einem einzigen hessischen FlN sicher zu identifizieren, nämlich in 5219b3 Homberg/Ohm VBK (Ramge 1984, 206), obwohl es als Name vermutlich in einer Reihe weiterer FlN enthalten ist (vgl. Knöpp 24) und auch in historischen FlN-Belegen auftritt. Es kann aber nicht sicher von Nebenformen von Jüch, Joch (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 53; vgl. Dittmaier 121) u.a. getrennt werden.

2

Es ist nicht klar, ob Geckes, Gackes, Guckes u. ä. -Namen sich auf den Kuckuck beziehen, da Anhaltspunkte für eine entsprechende Wortform nicht bestehen. Deshalb müssen diese Namen vorderhand mit FamN, Übernamen u.ä. zu Geck zusammengebracht werden, womit verschiedenartige negative menschliche Eigenschaften (von ,töricht‘ bis ‚schielend‘) dialektal bezeichnet werden (vgl. SHessWb 2, 1149f. u.ö.; RheinWb 2, 1085ff.).

Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 131

Nachnutzung

Rechtehinweise

Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Kuckuck-Wiese: Kuckuck-Wiese (Steina)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/362110_kuckuck-wiese> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/362110