Lerche-Laub: IM LERCHENLAUB [ɪm 'lɛrçə,lɑːb]
Weitere Belege
- 1548: Jm lirchenlauf [Wiese]
Staatsarchiv Marburg, 85. Hanauer Kammer, XIX, Nr. 14., fol. 190' - 1763: dem Lerchenlaub
Staatsarchiv Marburg, 86. Hanauer Nachträge, Nr. S 58.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Laub
Zu ahd. loub, mhd. loup st.N. ‚Laub, Blatt‘. Zum Kompositum Rotlaub s. rot.
Lerche
Meist zu ahd. lêrihha, mhd. lêrche, lerche, lêrke sw. F. ‚Lerche‘, vereinzelt vielleicht zu ahd. lerihha, mhd. larche, lerche F. ‚Lärche‘ (larix decidua). Die FlN verweisen deshalb meist auf Stellen, wo viele Lerchen vorkamen, bzw. wo man ihnen nachstellte.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Laub
Zu ahd. loub, mhd. loup st. N. ‚Laub, Blatt‘. Die Namen beziehen sich auf Örtlichkeiten, die mit Laubwald bestanden sind oder an Laubwald grenzen, wo Laub als Viehfutter gesammelt wurde. Ein Teil der FlN könnte auch zu mhd. loube st. F., fnhd. laub F. ‚Erlaubnis‘ gehören und den rechtlichen Status der betreffenden Flurstücke betreffen. Welchem namengebenden Motiv die Laubwiese auf den Gemarkungen von Bürstadt, Hofheim und Rosengarten, wo a. 1122 das Wormser Konkordat verkündet wurde, ihren Namen verdankt, ist nicht ganz klar; da sie in unmittelbarer Nachbarschaft der Maraue („Pferde-Aue“) gelegen war und seit karolingischer Zeit mehrfach als Lager-, Fest- und Versammlungsplatz genutzt wurde
Lerche
Meist zu ahd. lêrihha, mhd. lêrche, lerche, lêrke sw. F. ‚Lerche‘, gelegentlich vielleicht zu ahd. lerihha, mhd. larche, lerche F. ‚Lärche‘ (Larix decidua). Die FlN verweisen entweder auf Stellen, wo viele Lerchen vorkamen bzw. wo man ihnen nachstellte (so wohl besonders der Name Lerchenfang in Nieder-Beerbach und Pfungstadt), oder sie deuten auf das Vorkommen des Nadelbaums hin. Vereinzelt (Dudenhofen? Wersau?) kann auch der FamN eines Eigentümers zu Grunde liegen. In einigen Namen erscheint der BT zu Lerch- verkürzt, in anderen treten die Nebenformen Lerkel, Lerchel oder Lörchel auf. Die Formen Lercher (Bürstadt) und Lörcher (Pfungstadt) stellen wohl Zersprechungen dar. In Traisa scheint eine Verkleinerungsform von Lar (s. d.) vorzuliegen.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Lerche-Laub: IM LERCHENLAUB (Steinau an der Straße)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/3601_im-lerchenlaub> (aufgerufen am 27.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/3601