Große-Kaff-Acker: im Grosen Caff Acker
Beleg
Standard-Flurname
Große-Kaff-Acker
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1702
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 34/1.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Acker
Zu ahd. ackar, mhd. acker st. M. ‚Acker, Feld‘. In FlN ist Acker im Untersuchungsraum über zweitausendmal belegt. Die sehr allgemeine Bedeutung (‚bebautes Land‘) erklärt die weite Verbreitung und das überwiegende Vorkommen als GT von Namenkomposita. Bei diesen sind hinsichtlich des namengebenden Motivs verschiedene Typen zu unterscheiden: die Benennung erfolgte nach dem Namen, Amt oder rechtlichen Status des Grundbesitzers (z.B. Herrenacker), nach der Beschaffenheit und Nutzung des Bodens (z.B. Steinacker), nach der Größe und Form des Geländes (z.B. Langacker), nach der relativen Lage zu bestimmten topographischen Punkten (z.B. Mühlacker) usw. In den frühen Belegen ist die Grenze zwischen Appellativ und Name manchmal noch fließend. Selten taucht Acker als BT oder Simplex auf.
Kaff
Zu mhd. kapfen, kaphen sw.V ‚schauen, gaffen‘, das zu nhd. gaffen gehört. Die FlN beziehen sich dann auf Aussichts- und Beobachtungsstellen, so auch in Freienseen, wo es sich um einen Aussichtsberg am Galgenberg handelt.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Acker
Zu ahd. ackar, mhd. acker st. M. ‚Acker, Feld‘. In FlN ist Acker in Südhessen über sechstausendmal belegt. Die sehr allgemeine Bedeutung (‚bebautes Land‘) erklärt die weite Verbreitung und das überwiegende Vorkommen als GT von Namenkomposita. Bei diesen sind hinsichtlich des namengebenden Motivs verschiedene Typen zu unterscheiden: die Benennung erfolgte nach dem Namen, Amt oder rechtlichen Status des Grundbesitzers (Wigantsacker, Schultheisenacker, Herrenacker), nach der Beschaffenheit und Nutzung des Bodens (Steinacker, Rübenacker), nach der Größe und Form des Geländes (Langacker, Krummacker), nach der relativen Lage zu bestimmten topographischen Punkten (Ackher beym drey dorn) usw. Die ältesten historischen Belege reichen bis ins 12. Jh. zurück (ad Langenacker, ad Obernacker CodLaur, Nr. 38 14), doch ist die Grenze zwischen Appellativ und Name in manchen frühen Belegen noch fließend (Raunheim 14. Jh. an der Herren Ackir). Relativ selten taucht Acker als BT, noch seltener als Simplex oder Diminutiv auf. Crumstadt weist die Kombination Acker + Furche auf; der GT in Groß-Bieberau/Ueberau (zusammengehörig) geht auf zersprochenes Rain (s. d.) zurück, da Au immer fem. ist.
Kaff
In Winkel zum HofN Kaffeeberg. Der Hof liegt nordwestlich von Lindenfels, Kr. Bergstraße. Der Name geht vielleicht auf einen BesitzerN zurück, eher aber auf mhd. kapfen, kaphen sw. V. ‚schauen, gaffen‘, das zu nhd. gaffen gehört. Die FlN beziehen sich dann auf Aussichts- und Beobachtungsstellen und entsprechen etymologisch Kapp (s. d.).
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Große-Kaff-Acker: im Grosen Caff Acker (Frankenhausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/353178_im-grosen-caff-acker> (aufgerufen am 04.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/353178