Schmelz-Ofen: am Schmeltz offen
Beleg
Standard-Flurname
Schmelz-Ofen
Belegort
Belegtyp
historisch
Belegzeit
1613
Quelle
Staatsarchiv Darmstadt, C 2, Nr. 69/4.
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Ofen
Zu ahd. ovan, mhd. oven st. M. ‚Backofen, Schmelzofen‘. Bei Anlagen im Feld handelt es sich oft um Öfen, in denen Ziegel gebrannt wurden.
Schmelz
Die Namen hängen mit ahd. smelzan, mhd. smelzen, smilzen st.V. intran. ‚zerfließen, schmelzen‘ bzw. dem Kausativ smelzen sw.V. trans. ‚in Fluss bringen, schmelzen‘ zusammen. In den meisten Fällen (wie z.B. in Cleeberg und Salzböden in der Schmelzmühleund am Rande des Krofdorfer Forstes) handelt es sich um Orte, wo (Eisen-)Erz verhüttet bzw. geschmolzen wurde. - Das Schmelzer Wehr benennt die Wasserzufuhr für die Schmelzmühle.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Ofen
Vielfach ist kaum zu entscheiden, ob der FlN auf einen PN oder das Appellativ ahd. ovan, mhd. oven st. M. ‚Backofen, Schmelzofen‘ zurückführt. Eindeutig sind nur Belege wie Ofenhitzers-, die auf FamN verweisen, und Komposita wie Ofenkaute, die an Schmelzgruben erinnern. Die übrigen Belege können gleichermaßen auf den PN Ofo, Offo oder auf die Existenz von Schmelzöfen bezogen sein.
Schmelz
Die Namen hängen in unterschiedlicher Weise mit ahd. smelzan, mhd. smelzen, smilzen st. V. intrans. ‚zerfließen, schmelzen‘ bzw. dem Kausativ smelzen sw. V. trans. ‚in Fluss bringen, schmelzen‘ zusammen. In den meisten Fällen handelt es sich um Orte, wo (Eisen-)Erz verhüttet bzw. geschmolzen wurde. Die Simplexformen, aber auch Zusammensetzungen wie Schmelzofen (Gras-Ellenbach) und Schmelzmühle (Ober-Klingen)
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schmelz-Ofen: am Schmeltz offen (Gras-Ellenbach)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/345278_am-schmeltz-offen> (aufgerufen am 06.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/345278