Knie-Hose: Knie-Hose [kniehose]
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hose
Einige Namen gehören mit Bestimmtheit zu ahd. hosa, mhd. hose sw. F. ‚Beinbekleidung, Strumpf‘, vor allem die FormN Hosenbein und Hosenband, aber auch wohl die Hosenwiese, vielleicht der Hosacker. - In Lich sind die Eisernen Hosen umgedeutet; denn die eisernen Hasen waren Schilder, die an den Grenzen des Hasenjagdreviers aufgestellt waren. - Die reichhaltige Überlieferung von Hosenloch an der Grenze von Steinbach nach Albach zeigt hingegen entweder Umdeutung aus *Hasen-loch oder -nach den Erstbelegen wahrscheinlicher- sogar den altdt. PN Hozo, Huozo als namengebendes Motiv. Beides erklärt aber nicht den Diphthong in der heutigen mündlichen Form.
Knie
Zu ahd. knio, mhd. knie st.N. ‚Knie‘. In den FlN wird die Körperteilbezeichnung auf knieähnlich geformte Flur- und Wegstücke übertragen. - Knieschinder ist ein SatzN: eine steile Stelle, ‚die die Knie schindet‘.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hose
Zu ahd. hosa, mhd. hose sw. F. ‚Beinbekleidung, Strumpf‘. Benennungsursache für die Flurstücke war wohl ihre Umrissform.
Knie
Zu ahd. knio, mhd. knie st. N. ‚Knie‘. In den FlN wird die Körperteilbezeichnung auf knieähnlich geformte Flur- oder Wegstücke übertragen. Besonders häufig ist das Kompositum Kniebrech, mhd. kniebreche sw. F. ‚steiler Berghang‘, das auch in den FlN meist als SpottN für steile (Berg-)Wege oder steile Höhen steht. In Trebur ist Knickel wohl eine verkürzte Form aus Kniekehle; die Benennung erfolgte hier ebenfalls nach der Form, aber im Sinne der Bedeutung ‚Einbuchtung, Höhlung‘.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Knie-Hose: Knie-Hose (Lohne)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/343007_knie-hose> (aufgerufen am 05.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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