Pflaster-Acker: PFLASTERACKER
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Acker
Zu ahd. ackar, mhd. acker st. M. ‚Acker, Feld‘. In FlN ist Acker im Untersuchungsraum über zweitausendmal belegt. Die sehr allgemeine Bedeutung (‚bebautes Land‘) erklärt die weite Verbreitung und das überwiegende Vorkommen als GT von Namenkomposita. Bei diesen sind hinsichtlich des namengebenden Motivs verschiedene Typen zu unterscheiden: die Benennung erfolgte nach dem Namen, Amt oder rechtlichen Status des Grundbesitzers (z.B. Herrenacker), nach der Beschaffenheit und Nutzung des Bodens (z.B. Steinacker), nach der Größe und Form des Geländes (z.B. Langacker), nach der relativen Lage zu bestimmten topographischen Punkten (z.B. Mühlacker) usw. In den frühen Belegen ist die Grenze zwischen Appellativ und Name manchmal noch fließend. Selten taucht Acker als BT oder Simplex auf.
Pflaster
Zu ahd. pflaster ‚Mörtel, Estrich, Heilpflaster‘, mhd. phlaster st. M. ‚Heilpflaster, Mörtel, Zement, zementierter oder mit Steinen belegter Fußboden‘, einer Entlehnung aus lat. emplastrum ‚Wundpflaster, Bindemittel für Steinbau‘. Namengebend war ein Straßenbelag aus Pflastersteinen, mit dem Wege, besonders wichtige Fernwege, an kritischen Stellen befestigt wurden. Über die Zeitstellung der Wege ist damit nichts ausgesagt. Pflasteräcker und -wiesen verweisen auf Flurstücke, die an den gepflasterten Weg angrenzten.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Acker
Zu ahd. ackar, mhd. acker st. M. ‚Acker, Feld‘. In FlN ist Acker in Südhessen über sechstausendmal belegt. Die sehr allgemeine Bedeutung (‚bebautes Land‘) erklärt die weite Verbreitung und das überwiegende Vorkommen als GT von Namenkomposita. Bei diesen sind hinsichtlich des namengebenden Motivs verschiedene Typen zu unterscheiden: die Benennung erfolgte nach dem Namen, Amt oder rechtlichen Status des Grundbesitzers (Wigantsacker, Schultheisenacker, Herrenacker), nach der Beschaffenheit und Nutzung des Bodens (Steinacker, Rübenacker), nach der Größe und Form des Geländes (Langacker, Krummacker), nach der relativen Lage zu bestimmten topographischen Punkten (Ackher beym drey dorn) usw. Die ältesten historischen Belege reichen bis ins 12. Jh. zurück (ad Langenacker, ad Obernacker CodLaur, Nr. 38 14), doch ist die Grenze zwischen Appellativ und Name in manchen frühen Belegen noch fließend (Raunheim 14. Jh. an der Herren Ackir). Relativ selten taucht Acker als BT, noch seltener als Simplex oder Diminutiv auf. Crumstadt weist die Kombination Acker + Furche auf; der GT in Groß-Bieberau/Ueberau (zusammengehörig) geht auf zersprochenes Rain (s. d.) zurück, da Au immer fem. ist.
Pflaster
Zu ahd. pflaster ‚Mörtel, Estrich, Heilpflaster‘, mhd. phlaster st. M. ‚Heilpflaster, Mörtel, Zement, zementierter oder mit Steinen belegter Fußboden‘, einer Entlehnung aus lat. emplastrum ‚Wundpflaster, Bindemittel für Steinbau‘. Namengebend war ein Straßenbelag aus Pflastersteinen, mit dem Wege, oft wichtige Fernwege, an kritischen Stellen befestigt wurden. Über die Zeitstellung der Wege ist damit nichts ausgesagt. Nur in Einzelfällen gehen sie auf Römerstraßen zurück. Pflasteräcker und -wiesen verweisen auf Flurstücke, die an den gepflasterten Weg angrenzten.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Pflaster-Acker: PFLASTERACKER (Kleinenglis)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/340810_pflasteracker> (aufgerufen am 05.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/340810