Lamm-Berger-Driesch: uf dem lammsberger triesch
Beleg
Standard-Flurname
Lamm-Berger-Driesch
Belegort
Belegtyp
historisch
Quelle
Staatsarchiv Marburg, Flurbuch, 18. Jahrhundert
Weitere Belege
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Berger
Vermutlich zu einem FamN Berger.
Driesch
Driesch ‚erschöpfter Acker, der brach liegen bleibt; Weide‘, mhd. driesch st. M.N. ‚unangebautes Land, ungepflügter Acker‘ ist in OrtsN bereits seit dem 8. Jahrhundert bezeugt. Das ursprünglich niederdt. Wort zählt vermutlich mit den Adjektiven mittelniederländ. und alem. driesch ‚brach‘ zu einer sk-Erweiterung von germ. *preuta- ‚ermüden, erschöpfen‘. Der in Hessen nördlich des Mains sehr häufig belegte FlN gehört in einen nördlichen Sprachzusammenhang. Da aus mhd. /ie/ im Untersuchungsgebiet steigender Diphthong /ei/ wird, finden sich häufiger Formen mit /ei/ (oder gerundet /oi/), die mit Dreis (s.d.) zusammenfallen können. Bei älteren Belegen ist deshalb eine klare Scheidung nur möglich, solange die Diphthongierung noch nicht eingetreten war. - Driesch hat in Cleeberg die Sonderbedeutung ‚einschürige Wiesen und Schafweiden‘ (Jäger).
Lamm
Zu ahd. lamb, lamp, mhd. lamp, lam st.N. ‚Lamm, junges Schaf‘. Die FlN beziehen sich in der Regel auf Stellen, an denen junge Schafe gehalten wurden. Die Pluralform Lämmer- geht auf ahd. lambir, mhd. lember st.N. zurück.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Driesch
Driesch ‚erschöpfter Acker, der brach liegen bleibt; Weide‘, mhd. driesch st. M. N. ‚unangebautes Land, ungepflügter Acker‘ ist in ON bereits seit dem 8. Jh. bezeugt. Das ursprünglich niederdt. Wort zählt vermutlich mit den Adjektiven mittelniederländ. und alem. driesch ‚brach‘ zu einer sk-Erweiterung von germ. *þreuta- ‚ermüden, erschöpfen‘. Der in Hessen nördlich des Mains sehr häufig belegte FlN gehört in einen nördlichen Sprachzusammenhang und ist daher in Südhessen verhältnismäßig selten. An Varianten begegnen - falls die Belege sicher hierher gehören - Drays (zur Variante mhd. treis), Dreit-sand (aus *Traitz-sand
Lamm
Zu ahd. lamb, lamp, mhd. lamp, lam st. N. ‚Lamm, junges Schaf‘. Die FlN beziehen sich in der Regel auf Stellen, an denen junge Schafe gehalten wurden. Die meisten Namenkomposita enthalten im BT die Pluralform Lämmer-, die auf ahd. lambir, mhd. lember st. N. zurückgeht. Beim heute unverständlichen Lammkeilgesgarten (Arheilgen) ist von der historischen Form 1574 auszugehen: Sie führt im GT auf südhess. Keutel 1. ‚vor den Leib gebundenes Tragetuch‘, 2. ‚Schweineblinddarm‘ zurück. In mitteldt. Mundarten ist das Wort verbreitet und bezieht sich meist auf etwas Sackartiges, auch bei Tieren. Es liegt in Arheilgen also ursprünglich ein FormN vor, der sich auf die Form eines Lammteils bezieht
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Driesch
Karte 32
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Lamm-Berger-Driesch: uf dem lammsberger triesch (Gudensberg)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/333945_uf-dem-lammsberger-triesch> (aufgerufen am 05.07.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/fln/333945