Noll-Teich: NOLLS TEICH [nolls dich]
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch
Noll
Zu ahd. nol st. M., nollo sw. M. ‚Scheitel, Hügel‘, mhd. nol st. M. ‚Hügel‘, nel, nelle st. sw. M. ‚Spitze, Scheitel, Kopf‘. Im Nhd. ist die Bedeutung ‚eine starke Böschung am äußersten Ende eines Hochgebirges oder desselben oberster Gipfel‘ bezeugt. In hessischen FlN handelt es sich um einen FormN für Hügel. Durch den mittelhessischen /l/-/n/-Wechsel kommt es leicht zu Vermengungen mit Nonne-FlN; so in Reiskirchen, wo der Noll, mündlich /non/, nach der ortsüblichen Deutung seinen Namen von einem Nonnenkloster haben soll. - Nach der Lage und der mündlichen Form in Queckborn ist die historische Form umgedeutet: Der FlN gehört ebenfalls zu Noll.
Teich
Zu ahd. tîh ‚Deich, Damm‘, mhd. tîch st. M. ‚Deich, Damm; Teich, Fischteich‘, seit dem 13. Jahrhundert auch bezeugt als Bezeichnung für kleine Trockentäler ohne Wasserlauf. Nhd. Deich ist im Grunde nur die ursprüngliche niederdt. Entsprechung von nhd. Teich, doch haben die Wörter unterschiedliche Bedeutungen angenommen. In Mittelhessen gilt Deich gleichermaßen für die Bedeutungen ‚Flussdamm, Bodenmulde‘ und ‚Teich, Weiher‘.
Südhessisches Flurnamenbuch
Noll
Zu ahd. nol st. M., nollo sw. M. ‚Scheitel, Hügel‘, mhd. nol st. M. ‚Hügel‘, nel, nelle st. sw. M. ‚Spitze, Scheitel, Kopf‘. Im Nhd. ist die Bedeutung ‚eine starke Böschung am äußersten Ende eines Hochgebirges oder desselben oberster Gipfel‘ bezeugt. Es handelt sich daher um einen FormN für Hügel. Das Wort hat sich im Südhess. nur in FlN erhalten, der Vokalismus der Belege schwankt, teils weil sich in älterer Zeit (mhd. nel, nulle st. sw. M.) Ablautvarianten erhalten haben, teils weil in der Mundart z. B. entrundete Formen (etwa Niehl- aus Nüll ) auftreten. Die Zugehörigkeit des Belegs aus Glattbach ist unsicher, 〈ei〉 in Neidel ist wohl ein hyperkorrekt diphthongiertes /iː/. In Neu-Isenburg geht der Name vermutlich auf einen FamN zurück.
Teich
Zu ahd. tîh ‚Deich, Damm‘, mhd. tîch st. M. ‚Deich, Damm; Teich, Fischteich‘, seit dem 13. Jh. auch bezeugt als Bezeichnung für kleine Trockentäler ohne Wasserlauf. Nhd. Deich ist im Grunde nur die ursprüngliche niederdt. Entsprechung von nhd. Teich, doch haben die Wörter unterschiedliche Bedeutungen angenommen. In Südhessen gilt Deich gleichermaßen für die Bedeutungen ‚Flussdamm, Bodenmulde‘ und ‚Teich, Weiher‘. Die neueren Namenbelege für Teich werden teils die Bedeutung ‚Teich, Weiher‘ widerspiegeln, können teils aber auch hyperkorrekte Schreibungen sein. Es ist daher im Einzelnen nur durch Sachprobe zu entscheiden, welche der drei möglichen Bedeutungen namengebend war
Hessischer Flurnamenatlas
Noll
Karte 77
Nachnutzung
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Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Noll-Teich: NOLLS TEICH (Görzhain)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/332713_nolls-teich> (aufgerufen am 29.11.2025)
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