Aducht-Acker: am adichsacker
Beleg
Standard-Flurname
Aducht-Acker
Belegort
Belegtyp
historisch
Quelle
Staatsarchiv Marburg, Kataster, 1747
Weitere Belege
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Acker
Zu ahd. ackar, mhd. acker st. M. ‚Acker, Feld‘. In FlN ist Acker im Untersuchungsraum über zweitausendmal belegt. Die sehr allgemeine Bedeutung (‚bebautes Land‘) erklärt die weite Verbreitung und das überwiegende Vorkommen als GT von Namenkomposita. Bei diesen sind hinsichtlich des namengebenden Motivs verschiedene Typen zu unterscheiden: die Benennung erfolgte nach dem Namen, Amt oder rechtlichen Status des Grundbesitzers (z.B. Herrenacker), nach der Beschaffenheit und Nutzung des Bodens (z.B. Steinacker), nach der Größe und Form des Geländes (z.B. Langacker), nach der relativen Lage zu bestimmten topographischen Punkten (z.B. Mühlacker) usw. In den frühen Belegen ist die Grenze zwischen Appellativ und Name manchmal noch fließend. Selten taucht Acker als BT oder Simplex auf.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Acker
Zu ahd. ackar, mhd. acker st. M. ‚Acker, Feld‘. In FlN ist Acker in Südhessen über sechstausendmal belegt. Die sehr allgemeine Bedeutung (‚bebautes Land‘) erklärt die weite Verbreitung und das überwiegende Vorkommen als GT von Namenkomposita. Bei diesen sind hinsichtlich des namengebenden Motivs verschiedene Typen zu unterscheiden: die Benennung erfolgte nach dem Namen, Amt oder rechtlichen Status des Grundbesitzers (Wigantsacker, Schultheisenacker, Herrenacker), nach der Beschaffenheit und Nutzung des Bodens (Steinacker, Rübenacker), nach der Größe und Form des Geländes (Langacker, Krummacker), nach der relativen Lage zu bestimmten topographischen Punkten (Ackher beym drey dorn) usw. Die ältesten historischen Belege reichen bis ins 12. Jh. zurück (ad Langenacker, ad Obernacker CodLaur, Nr. 38 14), doch ist die Grenze zwischen Appellativ und Name in manchen frühen Belegen noch fließend (Raunheim 14. Jh. an der Herren Ackir). Relativ selten taucht Acker als BT, noch seltener als Simplex oder Diminutiv auf. Crumstadt weist die Kombination Acker + Furche auf; der GT in Groß-Bieberau/Ueberau (zusammengehörig) geht auf zersprochenes Rain (s. d.) zurück, da Au immer fem. ist.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Aduch f.‚ m./n.
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Dieser Name, mhd. belegt als adich, aducht m. (Lexer 1, 22), âdûche, âdûcht (Weigand/Hirt 1, 56), ist als Lehnwort aus dem galloroman. aquaeductus ,Wasserleitung‘ früh ins Dt. gekommen (Frings 138f.; Müller/Frings 92f.; Hubschmid 93 und K. 1) und als Wort in westmitteldt. Dialekten bis heute erhalten (Post 81ff. und K. l4). Das Wort bezeichnet auch im Hessischen einen ‚überdeckten hohlen Abzugsgraben‘ im Felde oder im Ortsbereich (SHessWb 1, 230; KehreinWb 44; Crecelius 17f.)‚ einen ‚mit Steinen und Dornen gefüllten Graben, welcher zur Ableitung der in einem Acker befindlichen Näße dient‘ (Vilmar 4, 94). Die FlN beziehen sich auf solche ehemaligen Anlagen (Dittmaier 10, 12).
Wort und Name treten in den vielfältigsten Varianten auf, teils unverstanden zersprochen, teils volksetymologisch umgedeutet. Auch das Genus variiert. Umdeutung (mit Angleichung an Zucht < ziehen) liegt vor in der in Nordhessen (vgl. Curtze 1850, 30) vorkommenden Form Ageducht, Abzucht < mnd. âgeducht f. (Lasch/Borchling 1, 47).
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Wegen der Variationsbreite der mündlichen Formen ist die 2 Identifizierung der Namen außer den Standardformen Aduch u. ä. und Andauch u.ä. schwierig und z. T. unsicher.
Sicherstes formales Identifizierungskriterium ist die Namenstruktur . Neben Ageducht wurden nur Namen mit dieser Struktur aufgenommen. Das von Vilmar 94 hervorgehobene und von Crecelius ebd. bestätigte Oberhessische Erdocke u. ä. kommt in FlN nicht vor; vgl. Estor 1407: Erdocke, ein verdeckter Wasserlauf. Jedoch gehört der von Frey (= HFB 17, 14) unverstandene Name „an der Arthauch“ hierher.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 121
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Aducht-Acker: am adichsacker (Weitershausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/315271_am-adichsacker> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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