Jechs-Tanne: Jechs-Tanne [jechs danne]
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Tanne
Die Belege gehen teils auf mhd. tan ‚Wald, Tannenwald‘, teils auf ahd. tanna, mhd. tanne st. M. ‚Tanne, Fichte, Kiefer‘ zurück, das selbst vermutlich eine Zugehörigkeitsbildung zu tan ist. Erst in der Neuzeit ist Tann als eigenständige Bildung in Vergessenheit geraten, und die Namen wurden allesamt an das Bedeutungsfeld von Tanne angeschlossen. Die meisten Namen im Untersuchungsgebiet beziehen sich auf Tannen als Bäume, selten - wie z.B. in Cleeberg - liegt die alte Tann-Bedeutung vor. Viele Belege weisen Umlaut auf.
Südhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Tanne
Die Belege gehen teils auf mhd. tan ‚Wald, Tannenwald‘, teils auf ahd. tanna, mhd. tanne st. M. ‚Tanne, Fichte, Kiefer‘ zurück, das selbst vermutlich eine Zugehörigkeitsbildung zu tan ist. Erst in der Neuzeit ist Tann als eigenständige Bildung in Vergessenheit geraten, und die Namen wurden allesamt an das Bedeutungsfeld von Tanne angeschlossen. Die Belegreihen wechseln daher bunt zwischen beiden Wörtern, zudem sind beide im Plural Tannen nicht voneinander zu trennen. Da in der Mundart Tanne als Bezeichnung für verschiedene Nadelhölzer verwendet wird, ist auch bei den sicheren Tannen-Belegen in der Regel nicht festzustellen, welcher Baum im Einzelnen gemeint ist. Die Burg Tannenberg bei Seeheim ist nach dem Berg benannt
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Joch f., Jochert f.
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Joch, ahd. ioh, iuh, giuh n. (Graff 1, 591), mhd. jiuch st.n.f. (Lexer 1, 1481), und Jochert, ahd. iuchart (Graff 1, 592), mhd. jiuchart, jûchart st.n.f. (Lexer 1, 1481) bezeichnen ein altes Ackermaß, das einem Morgen (→ Hessischer Flurnamenatlas, Karte 52) entspricht, „eigentlich die Fläche, die mit einem Joch Ochsen an einem Tage gepflügt werden kann“ (Dittmaier 121). Während Joch, urverwandt mit lat. iugum (Kluge/Mitzka 333), neben dem ,Ochsenjoch‘ auch ‚Bergjoch‘ u. ä. bedeuten kann und deshalb in FlN nicht immer eindeutig als Flächenmaß zu identifizieren ist, ist Jochert, urverwandt mit lat. iugerum, möglicherweise als Lehnwort aus dem Lat. übernommen, aber mit Bezug auf Joch umgedeutet (Kluge/Mitzka 334; DWB 10 [IV‚ II], 2269).
Als Ackermaß sind die Bezeichnungen Joch und Jochert heute in Hessen unbekannt (SHessWb 3, 963f.). KehreinWb 211 nennt Juchart n. „veraltet“.
Beide Wörter sind in FlN sprachlich sehr verschieden ausgeformt. Von den Joch-Namen mit (unsicherem) Joch, Juch und Jurch ist vor allem die auf *mhd. /ü:/ zurückgehende Variante mit den Formen Jeuch und Geuch u. ä. vertreten, wobei bei Jeucht, Jocht nicht klar ist, ob das /-t/ unorganisch angehängt oder Rest eines gekürzten Jochert-Namens ist. Neben Jochert kommt häufiger Gochert, auch Gogert vor, wie überhaupt der Wechsel zwischen Reibelaut /j/ und Verschlußlaut /g/ für den mündlichen Gebrauch beider Namen charakteristisch ist. Diese Unsicherheit ist jedoch nach Ausweis der Wörterbuchbelege alt.
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Vor allem die Joch-Namen bereiten Eingrenzungsschwierigkeiten, soweit das Ackermaß als namengebendes Motiv herausgearbeitet werden soll. Ausgeschieden wurde der Typ Juchhe u. ä. (< * Joch-höhe) sowie Jochhecke ‚ein Joch von kurzem Holze, das den Schweinen umgehangen wird‘ (DWB 10 [IV‚ II], 2332) und Joch(e)graben. Aufgenommen sind die südhessischen krumme Joch-Namen in 6118c1 Roßdorf DAD, 6317c1 Unter-Hambach BGS, 6318a7 Kirschhausen BGS, obwohl sie sich ebensogut auf die Gelände- oder Grundstücksform beziehen können. Bei Geuch kann Vermengung mit Gauch ‚Kuckuck‘ vorkommen.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 53
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Jechs-Tanne: Jechs-Tanne (Wehrda)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/313808_jechs-tanne> (aufgerufen am 04.11.2026)
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