Hute-Bette: IN DEN HUDEBETTEN
Weitere Belege
- das hudebett
Staatsarchiv Marburg, Kataster und Flurbuch, 1787
Deutungen
Mittelhessisches Flurnamenbuch (Hans Ramge)
Hute
Zu ahd. huota ‚Wache‘, mhd. huote, huot st. F., frühnhd. hut ‚Schaden verhindernde Aufsicht und Vorsicht, Bewachung, Behütung, Schutz‘. In FlN bezieht sich Hute in erster Linie auf Weideplätze, wo das Vieh gehütet wurde, aber auch auf das gehütete Vieh selbst.
Hessischer Flurnamenatlas (Hans Ramge)
Bett n.f. / Beet n.f.
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Der in Hessen häufige FlN geht mit seinen beiden Hauptvarianten auf ahd. betti u. ä. st.n. ‚Lager, Bett‘ (Karg-Gasterstädt/Frings 1, 935ff.), auch ,Beet‘, mhd. bette, bet(t) st.n.‚ auch ,Feld-‚ Gartenbeet‘ (Lexer 1, 242) zurück. Die Wörter Beet und Bett haben also die gleiche Ausgangsform und wurden erst frühnhd. geschieden, wobei Beet wohl aus dem apokopierten mhd. bet entstanden ist (Weigand/Hirt 1, 176f.). „Die schriftsprachliche Scheidung von Beet und Bett scheint aus Mitteldeutschland zu stammen.“ (Kluge/Mitzka 59; vgl. DWB 1 [I], 1245). Daraus ergibt sich die Frage, ob die heutige Verteilung von Bett und Beet in hessischen FlN etwas zur Erhellung dieses (verhältnismäßig unklaren) sprachgeschichtlichen Befunds beitragen kann.
Als Wörter sind Beet und Bett in Hessen mit dem standardsprachlichen Bedeutungsunterschied natürlich allgemein gebräuchlich (SHessWb 1, 646, 738ff.). Als Maßeinheit von ¼ Juchart (DRWb 1, 1364) ist Bett/ Beet in Hessen nicht belegt.
In FlN beziehen sich Beet und Bett gleichermaßen auf ,Acker-, Gartenbeet‘ (Crecelius 154), nach H. Jäger 32f. auch auf Einheiten der Hochäcker. Von der Mitte nach Norden fortschreitend, tritt eine in den Wörterbüchern nicht belegte fem. Genusvariante die bette häufiger auf (ein historischer Beleg dafür E. 14. Jh.: Dittmaier 27). Es gibt jedoch keine sprachlichen und sachlichen Anhaltspunkte, daß diese fem. Form zu dem im nordöstlichen Niedersachsen vorkommenden die Beete ‚sumpfige Weide‘ gehört (Scheuermann 27; Hessmann 193f.).
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1. Abgrenzungsschwierigkeiten gegenüber Bett ,Bett‘ ergeben sich nicht, da Bett in dieser Bedeutung charakteristische Kombinationstypen (Bettzieche u. ä.) aufweist. Nicht berücksichtigt wurden Bett-FlN in der Bedeutung ,Bach-‚ Flußbett‘ (z. B. „Ohmbett“ 5118b4 Ginseldorf MBK), auch nicht die unsicheren Wasserbett, Flutbett.
2. Bei der Beet-Variante kann mhd. bëte ,Abgabe‘ (Lexer 1, 235) insbesondere bei Vorkommen im BT vorliegen. Sichere sprachliche Abgrenzungskriterien gibt es nicht; die Zahl der Zweifelsfälle ist aber gering und betrifft hauptsächlich die wenigen südhessischen Beet-Belege. Batten-(BD)-Namen wurden nicht aufgenommen, da nur ein Belegort (5426d2 Hilders FUL) im osthessischen Gebiet der Senkung /e/ > /a/ liegt.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 49
Hute f.
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Hute geht zurück auf ahd. huota st.f. ,Wache’ (Schützeichel 89), mhd. huote, huot st.f., md. hûte, hût, hûde ‚Schaden verhindernde Aufsicht und Vorsicht, Bewachung, Behütung, Fürsorge’ (Lexer 1, 1394) in der speziellen Bedeutung ‚das Hüten des Viehs, Grundstück, auf dem dieses geschieht und das gehütete Vieh selbst: hut, pascua, der Platz worauf man das Vieh weiden kann’ (DWB 10 [IV‚ II], 1985; vgl. Weigand/Hirt 1, 909).
Als Wort war die Hut in Hessen wohl noch im 19. Jh. üblich, denn es „bezeichnet nicht nur das Hüten des Viehes von seiten des Hirten, sondern einen grasigen Platz zum Abweiden für das Vieh, wie Hutweide (Houtwâd)“ (Crecelius 471), während es heute auf den ,Hütedienst eines Weinbergschützen; sein Hütebezirk’ (SHessWb 3, 860) beschränkt zu sein scheint.
In hessischen FlN bezieht sich Hute nie auf die Tätigkeit, sondern immer auf den Ort, den Weideplatz. Die extensive Hute-Wirtschaft war als besondere bäuerliche Wirtschaftsform, oft mit Gemeinschaftsnutzung mehrerer Gemeinden, vor allem in den klimatisch ungünstigeren hessischen Mittelgebirgsregionen verbreitet (Birkenbach; Hauck; H. Jäger 41f.).
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Die Eingrenzung der Hute-Namen ist problemlos. Die Homophonie mit Hut m. ,Hut’ ist durch das unterschiedliche Genus und die Verschiedenartigkeit der Kombinationstypen auflösbar. Bei wenigen Grenzfällen der dialektalen Varianten /hu(:)r(e), ho(:)r(e)/ könnte auch mhd. hor ‚Sumpf’ zugrunde liegen.
Aus: Hessischer Flurnamenatlas, Karte 36
Nachnutzung
Rechtehinweise
Hessisches Flurnamenarchiv – Prof. Dr. Hans Ramge, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hute-Bette: IN DEN HUDEBETTEN (Sterzhausen)“, in: Hessische Flurnamen <https://lagis.hessen.de/de/orte/hessische-flurnamen/alle-eintraege/311586_in-den-hudebetten> (aufgerufen am 03.11.2026)
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